Corona trifft Jugendliche besonders. Mit dem Schwerpunkt „Gesundes Aufwachsen – Psychosoziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ will der Fonds Gesundes Österreich gegensteuern

Wien (OTS) Mit dem internationalen Tag der Jugend am 12. August betonen die Vereinten Nationen die Bedeutung der Jugend als Lebensphase. Viele Erwachsene glauben rückblickend, Kindheit und Jugend seien „die schönste Zeit im Leben“. Doch das Erwachsenwerden ist nicht leicht. Die Zeit der Pubertät ist eine Zeit vieler Möglichkeiten, aber auch eine Lebensphase, die von Ängsten, Unsicherheiten, Kummer und Sorge geprägt sein kann. Im Rahmen einer großen, alle vier Jahre durchgeführten internationalen Vergleichsstudie (HBSC – Health Behaviour in School-aged Children) werden Daten zur Gesundheit und zum Gesundheitsverhalten erhoben und Entwicklungen aufgezeigt. In Österreich wurden für die letzte HBSC-Studie im Auftrag des Gesundheitsministeriums vom Institut für Gesundheitsförderung und Prävention Daten von über 6000 Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 17 Jahren ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit häufigen psychischen Beschwerden zwischen 2010 und 2018 deutlich gestiegen ist. Die „Rangliste“ der Beschwerden: Gereiztheit und schlechte Laune kommen am häufigsten vor, gefolgt von Einschlafproblemen, Nervosität und Niedergeschlagenheit“.

„Gesundes Aufwachsen – Psychosoziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, lautet einer der fünf aktuellen Schwerpunkte des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), der österreichischen Kompetenz- und Förderstelle für Gesundheitsförderung. „Je früher wir die Gesundheit fördern, desto besser, denn in der frühen Lebensphase wird die Grundlage für eine gesunde Lebensweise und lebenslange Gesundheit geschaffen“, so Wolfgang Mückstein, Gesundheitsminister und Vorsitzender des Kuratoriums des FGÖ. Schule und Kindergarten, aber auch Jugendausbildungseinrichtungen und die außerschulische Jugendarbeit, sind deshalb ein zentrales Interventionsfeld der Gesundheitsförderung. „Mit Gesundheitsförderung, die sich gezielt an junge Menschen richtet, können wir die Folgen ungleicher sozialer Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen positiv beeinflussen“, unterstreicht Mückstein. „Aus zahlreichen Studien wissen wir, dass Kinder und Jugendliche pandemiebedingt verstärkt unter psychosozialen Belastungen leiden und Unterstützung brauchen. Die Bundesregierung stellt daher außerdem 13 Millionen Euro bis Ende 2022 zur akuten Bewältigung psychosozialer Probleme unserer Kinder und Jugendlichen zur Verfügung“, so Mückstein abschließend.

Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz heuer bereits einen Projektcall mit dem Titel „Gesundheitsförderungsprojekte zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ initiiert. Dieser wird im Auftrag des Bundesministeriums und in Kooperation mit dem FGÖ derzeit umgesetzt. Die im Rahmen des Calls entwickelten Projekte werden Anfang 2022 starten.

Der FGÖ hat in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung die Initiative „Wohlfühlzone Schule“ entwickelt. Durch die Förderung der psychosozialen Gesundheit und des Wohlbefindens von Schülerinnen und Schülern sollen (Cyber-)Mobbinghandlungen an Schulen reduziert werden und mehr Jugendliche in Bildungsprozessen verbleiben (Reduktion der Drop-Out-Rate). Sechs Pädagogische Hochschulen initiieren und begleiten im Rahmen von „Wohlfühlzone Schule“ Schulentwicklungsprozesse an mehr als 100 Schulstandorten.
Mehr Informationen auf www.wohlfuehlzone-schule.at.

Die Corona-Pandemie trifft Jugendliche besonders

Jugendliche leiden besonders unter den Kontaktbeschränkungen. Der direkte Austausch mit ihren wichtigsten Bezugspersonen, den Gleichaltrigen, wurde durch home schooling und Kontaktbeschränkungen für viele Monate erschwert. Bewegung und Sport kamen zu kurz, Konflikte und Spannungen zu Hause nahmen ebenso zu wie die Sorgen über die Zukunft und die Ausbildungs- und Berufsaussichten. Als Folge ist bei Jugendlichen gegenüber der letzten HBSC-Untersuchung 2018 eine sprunghaft gestiegene Zunahme psychischer Beschwerden feststellbar, zeigt eine Studie, die von der Donau-Universität Krems in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien durchgeführt wurde. Ganz besonders alarmierend ist, dass rund 16 Prozent entweder täglich oder an mehr als der Hälfte der Tage suizidale Gedanken angeben.

Suizid: zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen

„Daher ist eine vermehrte Sensibilität für den Unterstützungsbedarf in dieser Lebensphase notwendig. Angebote dazu müssen für diese Altersgruppe maßgeschneidert sein, da sich die Lebens- und Gefühlswelten von Jugendlichen deutlich von denen Erwachsener unterscheiden“, sagt Klaus Ropin, der Leiter des FGÖ.

Die Webseite www.bittelebe.at wurde im Rahmen des Projekts „Wellenreiten“ für Jugendliche und junge Erwachsenen entwickelt, die die Sorge haben, dass sich ein Freund oder eine Freundin etwas antun könnte. Eine zentrale Aussage: Die meisten Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, wollen nicht sterben, sondern können so wie bisher nicht mehr weiterleben. Gespräche können Leben retten! Hilfe ist möglich und erwünscht! Umgesetzt wurde das Suizidpräventions-Projekt von der Supro-Werkstatt für Suchtprophylaxe (SUPRO), finanziert wurde es vom FGÖ und dem Landesgesundheitsförderungsfonds Vorarlberg.

Jugendlichen eine Stimme geben

Mit dem Projekt „Coronabusters“ erhielten junge Menschen die Möglichkeit, ihren Teil zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten und sichtbar zu machen. Sie wurden zu Botschafterinnen und Botschaftern für andere Jugendliche, teilten ihre Erfahrungen und ihr Wissen. Vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, dem Bundesministerium für Frauen, Familie, Jugend und Integration und dem FGÖ wurden im Rahmen von Coronabusters Projekte der Offenen Jugendarbeit gefördert. Coronabusters wurde von bOJA – dem Bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit umgesetzt. Nachhaltig wirksam ist das Projekt, da alle Beiträge auf einer social wall präsentiert werden – damit österreichweit so viele Jugendliche wie möglich von den Projekten und deren Outcomes lernen können.

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Mag. Markus Mikl
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