Revolutionär: 3D-Druck mit Beton

Wien (OTS) Internationale und nationale ReferentInnen aus Wissenschaft und Industrie stellten am 14. November 2016 in der Wirtschaftskammer Österreich, im Rahmen des 36. Kolloquiums Forschung&Entwicklung für Zement und Beton, ihre neuesten Ideen und Errungenschaften für die Bauwirtschaft vor. Die besondere Aufmerksamkeit der knapp 350 TeilnehmerInnen galt dem Thema 3D -Druck mit Beton. Das jährliche Kolloquium der österreichischen Zementindustrie zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der Baubranche.

Zunehmend mehr Young Professionals nutzen das Kolloquium, um ihre Erkenntnisse zu präsentieren und mit den etablierten Profis unter den Wissenschaftlern zu diskutieren, unterstrich DI Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie in seiner Begrüßung. Damit werde der besondere Stellenwert als Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie weiter gefestigt und neue Akzente für die Zukunft gesetzt, so Spaun weiter. Zu den spannenden Möglichkeiten, die sich durch die Anwendung des 3D-Drucks in der Baubranche eröffnen, wurden neue Errungenschaften verschiedener Konstruktionen, die zu mehr Energie- und Baueffizienz sowie Sicherheit führen, vorgestellt.

3D-Druck mit Beton

„Diese Technik ist für die Bauindustrie nichts Neues. Die Revolution hat in unserer Branche bereits mit der Entwicklung und Anwendung des Spritzbetons stattgefunden. Der 3D-Druck ist die innovative Verfeinerung, um auch größerer Bauteile produzieren zu können“, sagte Spaun. Die Geheimnisse des 3D-Drucks sind die Zusammensetzung und die Verarbeitbarkeit des Mörtels. Die Erfahrungswerte aus der Spritzbetontechnologie waren dabei sehr hilfreich. „Der 3D-Druck auf Kunststoffbasis hat bereits Serienreife, aber die Herstellung von Produkten aus Beton ist noch relativ neu, dafür können wesentlich größere Bauteile erzeugt werden“, so Spaun.

Kostengünstige Betonbauteile

Verglichen mit herkömmlichen Produktionsmethoden liegen die kostengünstigen Vorteile des 3D-Drucks zur Herstellung von individuellen, komplexen Einzelbauteilen in der freien Formbarkeit. DI Peter Weißmann, Baumit Beteiligungen GmbH, präsentierte die Entwicklung eines 3D-Druckers mit einem Spritzkopf, der die geeignete Betonmischung verarbeitet. Dieser Spritzkopf wird entweder von einem Roboterarm oder einem Drahtgespann entlang von drei Achsen geführt. Das produzierte Bauteil wird anhand eines bestehenden digitalen Designs erstellt.

Die richtige Mischung macht es möglich

Beim 3D-Druckverfahren wird das Objekt in mehrere Lagen unterteilt, einzeln gedruckt und danach zu einem homogenen Bauteil verbunden. Die Herausforderung ist die richtige Betonmischung zu finden. Diese braucht eine bestimmte Viskosität, um formbar zu bleiben, muss sich aber gleichzeitig auch relativ rasch festigen, um die nachfolgenden Lasten tragen zu können. „Im asiatischen Raum und den USA werden bereits Gebäude in der Größe eines Einfamilienhauses mittels 3D – Drucker produziert“, stellte Peter Weißmann erste Versuche dazu vor. Für den großen Durchbruch müssen noch Herausforderungen wie etwa die Bauteil-Bewehrung oder die Glättung der Oberfläche gelöst werden, damit die Technologie einen Durchbruch erfahren kann. Das Potenzial für geformte Bauteile oder Baustoffanwendungen mittels 3D-Druck sei jedoch groß, resümierte Weißmann seine Testreihen.

Außergewöhnliches Museum von Zaha Hadid

Weiteres Highlight des 36. Kolloquiums war die bautechnische Meisterleistung des Reinhold Messner Museums auf über 2000 Meter Seehöhe in den Dolomiten, ein Entwurf der kürzlich verstorbene Stararchitektin Zaha Hadid. Für neugierige Blicke sorgten auch die neuen Gestaltungsmöglichkeiten mit Textilbeton, einem Material bestehend aus Carbon- oder Glasfasern, dem Beton beigemischt wird. Dadurch lässt sich der Beton beliebig falten und formen.

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Andrea Baidinger
Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie
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Kommunikationsberatung GmbH
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