Das bereits achte Video eines vom Vollspaltenboden geretteten Schweins, das der VGT heute veröffentlicht, zeigt, wie schwer die Verletzungen und wie mühsam die Heilung sind

Das Tierschutzgesetz verpflichtet alle Menschen, die Tiere halten, das auf eine Weise zu tun, dass keine Schmerzen und Leiden entstehen. Insbesondere die Bodenbeschaffenheit wird da als Faktor erwähnt. Wie ist es dann möglich, dass die zugehörige Verordnung den Vollspaltenboden erlaubt, der nachweislich Schmerzen und Leiden hervorruft?

DDr. Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) Als dem VGT im April 2020 insgesamt 183 amtstierärztliche Untersuchungsscheine von toten Schweinen aus Vollspaltenbodenhaltung an steirischen Schlachthöfen zugesteckt wurden, staunte die Öffentlichkeit: die 3777 untersuchten Schweine hatten 4665 Krankheiten, also deutlich mehr als eine Krankheit pro Schwein. Das vom Vollspaltenboden gerettete Schwein Anna bestätigt diese skandalöse Statistik. Sie hatte große, blutige, offene Verletzungen an den Hinterbeinen und zahlreiche Eiterbeulen. Eine Tierärztin musste sorgfältig jede Beule aufstechen und das Eiter ausdrücken, die Wunde auswaschen und eincremen. Letzteres über Monate hinweg! Heute ist Anna fröhlich und weitgehend gesund, allerdings sind die Wunden an den Hinterbeinen noch immer zu sehen.

Das achte Video des von Vollspaltenbodenhaltung geretteten Schweins Anna: Annas Abenteuer

VGT-Obmann Martin Balluch hat Anna letztes Wochenende besucht: „Es ist wirklich sehr schön zu sehen, wie Anna heute in der Sonne über die Wiese läuft. Aber das war nicht immer so. Wir haben zahlreiche Aufnahmen von ihr auf Vollspaltenboden, und das wirkt wie ein ganz anderes Tier. Die furchtbaren offenen Wunden an den Hinterbeinen, die Eiterbeulen. Grauenhaft. Das Tierschutzgesetz verpflichtet alle Menschen, die Tiere halten, das auf eine Weise zu tun, dass keine Schmerzen und Leiden entstehen. Insbesondere die Bodenbeschaffenheit wird da als Faktor erwähnt. Wie ist es dann möglich, dass die zugehörige Verordnung den Vollspaltenboden erlaubt, der nachweislich Schmerzen und Leiden hervorruft? Anna ist dafür das beste Beispiele. Sie zeigt, was dieser Boden einem Schwein antut, und wie fröhlich und gesund es leben könnte, wenn sie nicht auf diesem Boden gehalten wird. Landwirtschaftsministerin Köstinger muss jetzt reagieren!“

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