Schmuckenschlager: Herausforderungen wie Klimawandel gemeinsam anpacken

St.Pölten (OTS) Rund 1.100 Besucher pilgerten zu Mariä Himmelfahrt nach Maiersdorf bei der Hohen Wand, Grund dafür war der 71. NÖ Almwandertag. “Wir wollen zeigen, wie wertvoll unsere Almen und Weiden für unsere landwirtschaftliche Produktion, Kulturlandschaft, Wirtschaft und unsere Freizeitgestaltung sind. Mit ihrem Artenreichtum sind Almen eine Produktionsgrundlage für unsere wertvollen Lebensmittel. Bei all der Idylle vergisst man allerdings, dass es auf der Alm auch gefährlich werden kann. Ein respektvoller und fairer Umgang mit Tier, Pflanze und Mensch ist wichtig, damit wir uns auch künftig an unseren Almen und Weiden erfreuen können” waren sich Landwirtschaftskammer (LK) NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager und NÖ Alm- und Weidewirtschaftsobmann Josef Mayerhofer einig.

Mit 111 Almen und Gemeinschaftsweiden, 860 auftreibenden Betrieben sowie 6.800 Rindern ist die Alm- und Weidewirtschaft für Niederösterreich ein zentraler Zukunftsfaktor für Produktion und Tourismus. Die Almbewirtschafter verbinden in ihrer täglichen Arbeit Tradition, Brauchtum und Moderne und schaffen dadurch zusätzlich ein Paradies für Erholungssuchende und Naturliebhaber.

Flächendeckende Bewirtschaftung der Almen weiterhin möglich machen

“Unsere Almen und Weiden, so wie wir sie heute kennen und schätzen, sind durch die leidenschaftliche Arbeit von Bäuerinnen und Bauern entstanden. Seit Jahrtausenden bewirtschaften sie ihre Almen mit viel Engagement und Idealismus. Damit das so bleibt, müssen wir nicht nur die Herausforderungen rund um den Klimawandel gemeinsam anpacken, sondern auch die gesellschaftliche Wertschätzung des Produktionsstandorts Alm sicherstellen. Es braucht ein respektvolles Miteinander sowie einen verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren und Pflanzen. So kann jeder einzelne einen kleinen Beitrag dazu leisten, um eine flächendeckende Bewirtschaftung unserer Almen auch weiterhin möglich zu machen”, betonte Schmuckenschlager.

Infokampagne unter dem Titel “FairHalten auf der Alm”

Ähnlich argumentierte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: “Unsere Almen sind unverzichtbare Erholungsräume, wertvolle Ökosysteme und wichtige Lebensgrundlage für unsere heimischen Bäuerinnen und Bauern. Besonders die Corona-Pandemie hat viele Menschen den Erholungswert unserer Almen und Weiden noch deutlicher erkennen lassen. Aber Almen sind auch ein Arbeitsplatz der bäuerlichen Betriebe und ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Jeder Wanderer sollte bei seinem Besuch auf einer Alm den Hausverstand einsetzen und Rücksicht nehmen.” Genau darauf wurde auch mit einer eigenen Infokampagne unter dem Titel “FairHalten auf der Alm” hingewiesen. In kurzen Videos, Folder und Plakaten wurden Fakten und Verhaltenstipps zusammengetragen und den Menschen ins Bewusstsein gerufen.

Klares Bekenntnis zur grünlandbasierten Rinderhaltung notwendig

“Unsere Alm- und Weidewirtschaft in Österreich ist einzigartig. Egal ob als Ausflugsziel, als Erholungsort oder wenn es um den Schutz unserer Siedlungen vor Unwetterereignissen geht: Almen und Weiden sind ein wertvoller Bestandteil unseres Lebens. Damit das so bleibt, braucht es ein klares Bekenntnis zur grünlandbasierten Rinderhaltung”, unterstrich Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. Sie selbst bewirtschaftet einen Rinderbetrieb in der Nähe von Maiersdorf und eine Gemeinschaftsalm in der Nachbarortschaft.

“Uns ist es wichtig, dass die Gesellschaft unsere Almen und Weiden nicht nur als attraktives Ausflugsziel wahrnimmt, sondern auch als Produktionsstandort respektiert und den enormen Arbeitseinsatz der Bäuerinnen und Bauern anerkennt”, erklärte Obmann Mayerhofer. (Schluss)

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