Edtstadler/Rodgold: „Abkommen ist weiteres Zeichen für gute Beziehungen zwischen Österreich und Israel“

Wien (OTS) Mit 1. Mai 2021 trat das Abkommen über die gemeinsame Nutzung von Reproduktionen von Archivalien der Gedenkstätte und Forschungseinrichtung Yad Vashem in Jerusalem, dem Österreichischen Staatsarchiv sowie der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, in Kraft.

Das Ziel des Abkommens ist es, die Erforschung der Shoa zu unterstützen, indem die Zusammenarbeit zwischen den genannten Institutionen gestärkt wird. Forscher und Forscherinnen beider Länder wird damit der Zugang zu Archivdokumenten der Einrichtungen, zum Zwecke der Erstellung und Veröffentlichung elektronischer Kopien gewährt. Die Vereinbarung regelt auch Fragen des Schutzes der Privatsphäre, über Materialien von öffentlichem Interesse und Kosten, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben.

Diese Vereinbarung wurde am 8. Mai 2019, anlässlich des Gedenkens an den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, von Bundeskanzler Sebastian Kurz und der damaligen Botschafterin Talya Lador-Fresher unterzeichnet.

„Die österreichische Bundesregierung pflegt ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis mit dem Staat Israel. Bildung, Wissenschaft und Forschung sind wesentliche Eckpfeiler der Gedenk- und Erinnerungskultur und auch essenzielle Mittel in der Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus. Die Gedenkstätte und Forschungseinrichtung Yad Vashem bietet mit ihren einzigartigen Archivalien seit jeher wertvolle Grundlagen für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Shoa und dem Thema Antisemitismus im Allgemeinen. Durch das am 1. Mai in Kraft getretene Abkommen zwischen Österreich und Israel zur gemeinsamen Nutzung dieser Archivalien erhoffen wir uns eine noch engere Zusammenarbeit und auch weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn“, so Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler am heutigen Montag.

Bereits in ihrer Funktion als Staatssekretärin im Innenministerium habe sie sich für dieses Abkommen eingesetzt, so die Kanzleramtsministerin: „Das Gedenken und die Aufarbeitung der Gräueltaten des NS-Regimes und der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte ist eine historische Verantwortung unserer Republik. Diese Verantwortung nehmen wir als Bundesregierung wahr und setzen mit Maßnahmen wie der nationalen Strategie gegen Antisemitismus oder dem österreichisch-jüdischen Kulturerbe-Gesetz, auch europaweit neue Maßstäbe im Kampf gegen Antisemitismus und in der Gedenkkultur.“

Botschafter Mordechai Rodgold betont, dass dieses Abkommen ein weiteres Zeichen für die ausgezeichneten Beziehungen zwischen den beiden Staaten ist, die durch die Zusammenarbeit auf den verschiedensten Ebenen weiter ausgebaut und für die Zukunft gestärkt werden.

„Israel weiß zu schätzen, wie Österreich sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt und gelernt hat, die Verantwortung, die sich daraus ergibt, zu übernehmen. Nur wenn wir die Vergangenheit kennen, sie erforschen, und ihr gedenken, können wir gemeinsam eine bessere Zukunft aufbauen. Yad Vashem ist nicht nur die zentrale Gedenkstätte für die sechs Millionen Opfer des Holocaust, die die Bedeutung dieser Ereignisse an die kommenden Generationen weltweit vermittelt, sondern auch eine international bedeutende Forschungsstätte“, so Botschafter Rodgold.

Abschließend halten Edtstadler und Rodgold fest: „Es ist uns ein Anliegen, die historische und traditionell enge Verbundenheit unserer Staaten zu pflegen und weiterzuentwickeln. Denn unsere gemeinsame Vision ist eine Gesellschaft, frei von Antisemitismus, und unser Auftrag ist, niemals zu vergessen.“

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