AK bemängelte 37 Klauseln, 32 sind unzulässig, darunter auch die Check-in-Gebühr

Wien (OTS) Die AK beanstandete 37 Klauseln in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen der Airline Laudamotion und bekam nun großteils recht: Die Gerichte beurteilten 32 als unzulässig, etwa wegen intransparenter Formulierungen und unzulässiger Fristen. Nennenswert ist vor allem die Check-in-Gebühr – sie darf nicht verlangt werden, wenn man während der Buchung nicht klar darauf hingewiesen wird. KonsumentInnen können sie jetzt mit dem AK Musterbrief zurückholen. AK Expertin Gabriele Zgubic: „Das Urteil hat Auswirkungen auf die Branche, gilt derzeit aber nur für Laudamotion – Verfahren gegen Ryanair und WizzAir laufen noch.“

Von den 37 von der AK bemängelten Klauseln von Laudamotion sind 32 unzulässig, fünf zulässig. Die Gerichte beurteilten gleich mehrere Gebührenklauseln als unrechtmäßig:

+ die Check-in-Gebühr – demnach mussten Passagiere für den Check-in am Flughafen eine Gebühr von 55 Euro (pro Flug und Person) zahlen. Die Klausel ist ungewöhnlich, nachteilig und unzulässig aufgrund der Höhe, auch weil sie während des Buchungsvorganges nicht darauf hingewiesen wurden;
+ die 20 Euro-Gebühr-Klausel fürs Neuausstellen der Bordkarte, wenn man sie nicht mithat;
+ eine Klausel, wonach Passagiere für die Rückerstattung der Steuern (etwa bei Nichtantritt des Fluges) auch dann ein Extra-Entgelt zahlen müssen, wenn der Flug von der Fluglinie selbst abgesagt wurde;
+ gröblich benachteiligend ist eine Bestimmung, die für die Rückerstattung der bezahlten staatlichen Steuern bei Nichtantritt der Reise eine Frist von nur einem Monat vorsieht. Für diese gravierende Fristverkürzung gibt es keine sachliche Rechtfertigung.

Zahlreiche weitere Klauseln sind wegen intransparenter Formulierungen und pauschaler und kaskadenartiger Verweise unerlaubt. Sie sind kaum zu lesen, teils unverständlich formuliert und mit vielen Querverweisen versehen, was die Lesbarkeit nicht erhöht. Weitere intransparente Bestimmungen betreffen Regelungen zu Buchungen, Buchungsgebühren, Gepäck und Zahlungsvorgängen.

Zwei Klauseln sind gröblich benachteiligend und daher unzulässig:
Flugpassagieren wurde für die Geltendmachung ihrer Ansprüche ein “Laudamotion-Procedere” aufgezwungen. Sie mussten ihre Ansprüche selbst geltend machen und durften keine Dritten dafür „einspannen“. Zudem mussten sie Laudamotion eine Frist von 28 Tagen gewähren. Laudamotion hat sich vorbehalten, Ansprüche nicht zu bearbeiten, bei denen diese “Regeln” nicht eingehalten werden.

Weitere unzulässige Klauseln betreffen diverse Haftungsbeschränkungen der Airline hinsichtlich Handgepäck und Personenschäden sowie eine unzulässige Preisänderungsklausel, wonach sich Änderungen der Reisedaten oder -route auf den zu bezahlenden Flugpreis auswirken können.

Check-in-Gebühr zurückholen – so geht’s:
Sie können die Check-in-Gebühr bei Laudamotion jetzt zurückfordern, wenn Sie während der Buchung nicht darauf aufmerksam gemacht wurden und Sie die Gebühr am Flughafen zahlen mussten. AK Musterbrief einfach downloaden. Die AK riet KonsumentInnen bis zur rechtlichen Klärung, die Check-in-Gebühr nur vorbehaltlich der rechtlichen Klärung und Rückforderung zu zahlen und die Rückforderung schriftlich bei der Fluglinie zu verlangen.

Online Check-in klappt nicht – Tipp: Sehr oft funktioniert der kostenlose Online-Check-in nicht, KonsumentInnen müssen am Flughafen einchecken und dann die Gebühr zahlen. Machen Sie unbedingt einen Screenshot von der Meldung, dass der Online-Check-in fehlschlug.

SERVICE: AK Musterbrief sowie die Urteile unter www.arbeiterkammer.at/checkin-laudamotion

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-12677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
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