Die AK-Konjunkturerhebung prognostiziert eine positive Entwicklung für Kärnten. „Das Wachstum muss auch den Arbeitnehmern zugutekommen“, sagt AK-Präsident Günther Goach

Klagenfurt (OTS) „Das Wirtschaftswachstum muss auch den Arbeitnehmern zugutekommen – das ist eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit“, erklärt AK-Präsident Günther Goach, heute im Rahmen des Pressegesprächs anlässlich der Vollversammlung der Arbeiterkammer Kärnten. Trotz der guten Prognose sei in Kärnten wegen der Nachwehen der Heta-Krise eine kluge Wirtschaftspolitik und „intelligentes Sparen“ gefragt. „Das kann aber nicht heißen, dass man wahllos Krankenhäuser zusperrt“, sagt Goach. Es sei unerlässlich, der Bevölkerung die ‚beste Gesundheitsversorgung‘ zu garantieren. „Unkenrufe zu dem Thema sind kontraproduktiv“, so Goach.

Potentiale Kärntens nutzen, Fachkräfte ausbilden

Der ständigen Forderung der Wirtschaft nach einer zusätzlichen Flexibilisierung der Arbeitszeit erteilt Goach eine Absage. „Wir sind flexibel bei den Arbeitszeiten. Ein Vorzeigeunternehmen in Kärnten hat beispielsweise 42 unterschiedliche Arbeitszeitmodelle – und das im Rahmen des geltenden Gesetzes“, erklärt der Präsident. Goach fordert von der Wirtschaft auch mehr Aktivität in Sachen Facharbeiterausbildung. „Einerseits jammern die Betriebe über einen Mangel, anderseits bilden sie zu wenige Fachkräfte aus“, sagt Goach und weiter: „Produktivität und Innovation hängen von gut ausgebildeten Fachkräften ab, von denen wir derzeit einfach zu wenige haben.“ Die Wirtschaft müsse auch in die Menschen investieren und nicht nur Dividenden in Millionenhöhe auszahlen, so der AK-Präsident.

Das Wirtschaftswachstum 2016 in Österreich schließt laut Schätzung mit 1,6 Prozent nach den Jahren 2014 und 2015 wieder annähernd zum Durchschnitt des Euro-Raumes auf. Mit 1,2 Prozent Wachstum liegt Kärnten nur geringfügig unter dem prognostizierten Bundesdurchschnitt. Das Wirtschaftswachstum bleibt mittelfristig allerdings zu gering, um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu entlasten.

Im Europäischen Vergleich schneidet Kärnten als Region bei den Wirtschaftsdaten und der Infrastruktur überdurchschnittlich gut ab. Die Lage Kärntens als Schnittpunkt dreier Kulturen bietet eine solide Basis und den Raum für Start-Ups und Betriebsansiedelungen. Leitbetriebe von internationalem Ruf haben große Strahlkraft und schaffen Raum für Start-Ups und Betriebsansiedelungen. Bei der Nutzung von erneuerbaren Energien nehmen Kärntner Unternehmen eine Vorreiterrolle ein. Durch Gründungen und Ansiedlung von neuen Betrieben werden neue Wertschöpfungsketten geschaffen, was wiederum neue Arbeitsplätze bedeutet.

Entwicklung und Stabilisierung Kärntens vorantreiben

Nach der erfolgreichen Bewältigung der Heta-Problematik muss nun eine gemeinsame Initiative zur Stabilisierung und Stärkung Kärntens von Land Kärnten und Republik Österreich gestartet werden. „Mit der Unterstützung des Bundes muss trotz des notwendigen Sparkur-ses der Strukturwandel in Richtung wachstumsorientierte Branchen bewältigt und neue Ar-beitsplätze geschaffen werden“, fordert Goach und zeigt als Beispiel auf: „Der Bund soll über die Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft (BABEG) vermehrt Mittel für Gründungen und Betriebserweiterungen zur Verfügung stellen.“

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