Rekord-Arbeitslosigkeit verlangt nach einer Aufstockung des Personals und der finanziellen Mittel

Wien (OTS) „Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen eindrucksvoll, wie wichtig eine aktive Arbeitsmarktpolitik und hier konkret das AMS ist“, sagt Gernot Mitter, Leiter der AK Abteilung Arbeitsmarkt und Integration. „Arbeitslosigkeit wird auch in den nächsten Monaten und Jahren ein brennendes Thema sein. Ein personell und finanziell leistungsfähigeres AMS ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, damit Arbeitslose gut vermittelt und für neu entstehende Beschäftigungsmöglichkeiten ausgebildet werden können.“

Investitionen in den Arbeitsmarkt zahlen sich doppelt aus: Etwa 70% der eingesetzten Mittel fließen über Steuern und geringere Ausgaben wieder retour ins Budget. Arbeitslosigkeit kann zudem schnell zu Armut führen und darf keine Sackgasse sein. Gerade für ältere Menschen und Langzeitarbeitslose sind jetzt dringend Maßnahmen gefordert. Es muss alles getan werden, damit sich der Arbeitsmarkt nach der Corona-Pandemie in Österreich deutlich rascher erholt als nach der Wirtschaftskrise 2008/2009.

Die AK fordert daher:

+ Eine breit und mittelfristig angelegte Aus- und Weiterbildungsförderung für Beschäftigte und Arbeitsuchende durch das AMS. Die sogenannte Corona-Joboffensive ist zwar gut, aber bei weitem nicht ausreichend finanziert und vor allem viel zu kurzfristig. Sie muss zumindest bis 2024 ausgedehnt und entsprechend finanziert werden. Damit wird zum Beispiel jungen Menschen eine gute berufliche Erstausbildung ermöglicht, auch wenn sie keine betriebliche Lehrstelle finden.

+ Eine Jobgarantie nach dem AK-Modell der Chance 45: Dafür braucht es nach AK Berechnungen eine Einstiegsfinanzierung von zumindest 300 Millionen Euro für das Jahr 2022.

+ Ein öffentlich geförderter Einstieg in Arbeitszeitverkürzung auf Unternehmens- oder Branchenebene, etwa durch Reform und Ausbau des so genannten Solidiaritätsprämienmodells braucht ebenfalls eine budgetäre Vorsorge.

+ Besonders wichtig ist aber, das AMS personell besser auszustatten, statt jetzt über Personalabbau im AMS nachzudenken. Das AMS braucht zumindest 650 Planstellen mehr, damit die Qualifikationsoffensive, die Jobgarantie und vor allem die Vermittlung von Arbeitsuchenden auf neue Arbeitsplätze gut gewährleistet werden kann.

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