Österreichweites Ärzte- und Expertenkonsortium fordert Umdenken und proaktive und motivierende Strategien und Handlungen zur Bewältigung der Corona-Krise

Wien/Salzburg/Rohrbach/Bad Kleinkirchheim/Innsbruck/Altach (OTS) Die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie sind in jeder Hinsicht besorgniserregend. Laut Erhebungen sind knapp 43 Prozent der Covid-19 Todesfälle in Österreich in Alters- und Pflegeheimen zu verzeichnen. Das bedeutet in Bezug zur Anzahl der dortigen Bewohner, Langzeit- und Kurzzeitpflege inkludiert, dass bei ca.1 Prozent der Bevölkerung fast die Hälfte der Todesfälle zu vermelden ist. Nichts ist also naheliegender, als gerade hier anzusetzen und nachhaltige Maßnahmen einzuleiten. „Gefordert sind ein interdisziplinäres und kreatives Denken und Handeln und die stärkere Berücksichtigung von motivierenden Lebensstilmaßnahmen, die sowohl die Bewohner als auch das Personal betreffen“, so Sportarzt Dr. Piero Lercher.

Aufwertung des Berufsbildes und Reform der Pflegestrategien

Die Problematik in vielen Pflegeeinrichtungen besteht in: Demotivation, geringer Wertschätzung des Personals, Unterbezahlung, Unterbesetzung, Auslagerung der Reinigungsarbeiten an Billigstbieter mit oftmals unqualifiziertem Personal, Tagesabläufe ohne Berücksichtigung der individuellen Gewohnheiten der Bewohner. Man darf sich also nicht wundern, dass gerade diese Umstände ein wirksames Entgegentreten und Reagieren auf aggressive und hochinfektiöse Erreger verzögern oder sogar verhindern. Aufgrund der derzeitigen Strategien stellt ein Heimaufenthalt einen demotivierenden letzten Aufenthaltsort ohne große Perspektiven dar. „Mit einem Jahr Ausgangssperre und einem quasi Besuchsverbot werden den Heimbewohnern 10 Prozent der noch verbleibenden Lebenserwartung sinnentfremdet“, so Orthopäde Dr. Christoph Michlmayr.

Aufgrund der Erkenntnisse von repräsentativen Umfragen und durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse der xund4future Experten werden folgende Maßnahmen empfohlen und postuliert: Aufwertung des Berufsbildes der Altenpfleger, Bessere Bezahlung zur Steigerung der Motivation und Wertschätzung, Erhöhung des Personalstandes, Pflegepraktika als prioritäre Aufnahmevoraussetzung für das Medizinstudium, Optimierung und Individualisierung des Tagesablaufes der Heimbewohner, Implementierung von speziellen Altentrainern, Life-Style Maßnahmen und körperlicher Aktivität, Reinigung und Desinfektion ausschließlich durch professionelle Dienste.

Diese vorgeschlagenen Maßnahmen werden auch als maßgeblich notwendig für die Zeit nach der Pandemie erachtet. Lercher und Michlmayr unisono: „Es muss rasch gehandelt werden, was bedeutet, dass wir in diesem „Pandemiematch“ nicht immer dem Ball nachlaufen, sondern Tore schießen sollen. Das gelingt nur mit der Etablierung dieser aktiven Maßnahmen, die auch Nachhaltigkeitswert besitzen.“ Wie wichtig diese Initiative ist, illustriert die Prognose, dass es im Jahr 2050 in Österreich etwa 549.600 pflegebedürftige Personen geben wird.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Piero Lercher & Dr. Christoph Michlmayr
sportmedizin@aon.at
Tel.: 0650/9619099 oder Tel.: 07289/20700
www.xund4future.com

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