ÖH Uni Wien kritisiert soziale Selektion an der Universität Wien

Wien (OTS) Heute findet der Aufnahmetest für das Bachelorstudium Psychologie an der Universität Wien statt. Die Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien (ÖH Uni Wien) kritisiert Eignungs- und Aufnahmeverfahren, welche eine enorme Hürde für Studieninteressierte darstellen.

Inflation, Mindeststudienleistungen, Corona: die soziale Selektion beginnt schon vorm Studienbeginn. Der Aufnahmetest für Psychologie offenbart stellvertretend den grundlegend diskriminierenden Charakter von Eignungs- und Aufnahmeverfahren. Mit 3938 Anmeldungen auf 485 Studienplätze, also 8 Bewerber_innen auf einen Studienplatz, wird 3453 Menschen der Zugang zum Psychologie Bachelorstudium im kommenden Jahr verwehrt. “Eignungs- und Aufnahmeverfahren führen automatisch zum Ausschluss von sozioökonomisch marginalisierten Menschen und trifft somit meist Arbeiter_innenkinder und Migrant_innenkinder. Wir stellen uns kompromisslos gegen jegliche Art der Zugangsbeschränkungen der Universität. Der freie und offene Hochschulzugang ist für uns nicht verhandelbar”, stellt Toma Khandour (VSStÖ) aus dem Vorsitzteam klar.

Aufnahmetests als Superspreader Events?

Die Abschaffung der Quarantänergelung hat auch hier Auswirkungen: Ging es in der Vergangenheit noch um die Eindämmung des Coronavirus, so ermöglichen Verordnungen mit dem selben Titel nun, dass Infizierte am Aufnahmetest teilnehmen können. Es ist zu erwarten, dass auf Grund dem mangelnden Handeln der Regierung wieder zahlreiche Studierende zum Zeitpunkt des Tests positiv sein werden. Auf Grund der Tatsache, dass es keinen Ersatztermin gibt, wird dies unweigerlich dazu führen, dass sich hochinfektiöse Studierende auch mit Symptomen zum Test schleppen. Für Risikogruppen wird das Leben schwer gemacht und Long Covid, das besonders Frauen trifft, in Kauf genommen.

Aufnahmeverfahren als Geschäftsmodell für Vorbereitungskurse

Gerade in Zeichen von Inflation und Teuerungen ist es besonders alarmierend, wie aus Aufnahmeverfahren ein Geschäftsmodell gemacht wird; samt unverhältnismäßig teuren Vorbereitungskursen und Lernmaterialien. Von Zugangsbeschränkungen profitieren somit hauptsächlich finanziell abgesicherte Studierende und Anbieter_innen von Vorbereitungskursen. Anstatt sozialer Selektion entgegenzuwirken, wird diese damit befeuert und immer mehr Menschen wird der Zugang zu Hochschulbildung verwehrt. “Entgegen der Argumentation der Universität für die Notwendigkeit bedeuten Aufnahmetest in der Praxis, dass der Zugang zum Studium zwar beschränkt wird und im Ausgleich dafür kein qualitativ hochwertiges Studium geschaffen wird. Lediglich wird Studierenden die Zukunft verbaut und Studiengänge künstlich elitär gehalten”, kritisiert Jessica Gasior (KSV-LiLi) aus dem Vorsitzteam.

Mit der Mindeststudienleistung wird der Druck auf Studierende zusätzlich erhöht

Ab Herbst wird diese Selektion noch mit der Mindeststudienleistung ergänzt: Während die Kosten steigen, sich mehr Studierende zum Arbeiten gezwungen sehen, werden die Anforderungen zum Studieren erhöht. Die ÖH Uni Wien fordert folglich dringlich genügend Studienplätze, soziale Unterstützung für alle Studierenden, sowie die Ausfinanzierung der Hochschulen.

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