Nur vier von zehn Kindern haben einen Platz, der mit Vollzeitarbeit vereinbar ist

Wien (OTS) Zur Einigung zwischen Bund und Ländern im Bereich der Kinderbetreuung und elementaren Bildung sagt AK Präsidentin Renate Anderl: „Hier ist man auf halbem Weg stehen geblieben.“ Denn es geht um die wichtigsten Zukunftsthemen überhaupt: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern und die Bildungschancen der Kinder. „Deswegen ist es völlig unverständlich, warum die Bundesregierung so lange gezaudert hat, bis sie zumindest das bisherige Förder-Programm nun doch fortsetzt“, so Anderl.

Alle drei Verträge zwischen Bund und Ländern zur Kinderbetreuung – das kostenlose Kindergartenjahr, die Sprachförderung und die Förderung des Ausbaus – sind mit 2017 ausgelaufen. Für die Länder und Gemeinden wäre es im Sinne der Planungssicherheit wichtig gewesen, dass die Bundesförderung 2018 nahtlos anschließt. Das ist nun nicht der Fall, aber es ist natürlich positiv zu bewerten, dass die Bundesregierung die Mittel nun doch nicht kürzt.

Denn zu tun gibt es mehr als genug: Noch immer mangelt es an Plätzen für Kleinkinder. Nur in Wien und im Burgenland wird das EU-Ziel von 33 % Betreuungsquote bei den Unter-3-Jährigen erreicht. Die anderen sieben Bundesländer verfehlen diese Marke zum Teil deutlich. Auch die Öffnungszeiten sind bei Weitem nicht ausreichend. Nur 4 von 10 Kindern zwischen 3 und 6 Jahren haben einen Platz, der mit gängiger Vollzeit vereinbar ist. Außerdem ist noch immer die Einführung eines zweiten verpflichtenden kostenlosen Kindergartenjahrs für alle ausständig. Auch die Maßnahmen der Sprachförderung müssten deutlich ausgeweitet werden, damit alle Kinder wirklich gut den Anschluss in der Schule finden.

Damit müsste die Bundesregierung mindestens 280 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung stellen, um die drängendsten Herausforderungen zu bewältigen. Viele andere Baustellen, wie die notwendige Verbesserung der Qualität durch verbesserte Ausbildungswege und ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel wären damit noch gar nicht eingeplant. Die Frage der Öffnungszeiten stellt sich durch den 12-Stundentag und die 60-Stundenwoche in noch größerer Schärfe als bisher.

Erinnert werden muss auch an die de facto Kürzung der Mittel für die Ganztagesschulen – schließlich hört der Bedarf an ganztägiger Betreuung nicht bei den 6-Jährigen auf.

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