Wien (OTS) Die Tafel, die der Welser Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) nun bei der Venus-Statue im Stadtzentrum anbringen ließ, wird vom Mauthausen Komitee, vom OÖ. Netzwerk gegen Rechtsextremismus und von der Welser Initiative gegen Faschismus begrüßt.

Im März hatte der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) für die Aufstellung der Statue gesorgt. Diese ist eine Nachbildung der altrömischen, aber während der NS-Zeit zum braunen Kultobjekt erhobenen “Venus von Wels”.

Dass Rabl jeden Hinweis auf die NS-Belastung der Venus verweigert, löste breite Kritik und eine heftige Debatte aus.

Weder ein Offener Brief von 91 Persönlichkeiten – darunter KZ-Überlebende, Wissenschafter, Künstler und Kirchenvertreter – noch ein eindeutiges Gutachten der Linzer Geschichtsprofessorin Birgit Kirchmayr konnten den FPÖ-Politiker umstimmen.

Jetzt hat Kulturstadtrat Reindl-Schwaighofer den fehlenden Hinweis durch eine Tafel bei der Statue ergänzt.

“Ein wichtiger Fortschritt, der dem Kulturstadtrat zu verdanken ist”, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich. “Auch wenn die abschließende Lösung sein muss, die braune Venus in ein Museum zu verlegen und ihre Geschichte dort umfassend zu erörtern: Es ist gut, dass inzwischen bei der Statue auf die historische Wahrheit hingewiesen wird!”

“Rabl hat sich mit seiner Aktion blamiert”, stellt Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus, fest. “So zu tun, als könnte man die NS-Belastung der Venus einfach totschweigen, ist typisch FPÖ und funktioniert einfach nicht.”

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