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Wien (OTS) Obwohl sich die rassistischen Wahrnehmungen von jüdischen Menschen und Roma voneinander unterscheiden, wenn es um ihre vermeintliche “Rolle” und “Position” in der Gesellschaft geht, haben diese Wahrnehmungen die gleichen verheerenden Folgen: Hass, Gewalt und Ausgrenzung. Beide Gruppen werden als eine “Bedrohung” in und für die Gesellschaft wahrgenommen. Seit dem Mittelalter bis heute sind Roma und Juden traditionelle Sündenböcke. Diese und andere Erkenntnisse präsentieren die analytischen und vergleichenden Studien, die im Rahmen des internationalen Projekts Remember and ACT! (Re-ACT) erstellt wurden, welches sich auf die Erforschung “alter” Hasskonzepte in ihren modernen Formen konzentriert.

Das Projekt wird von der Organisation ROMEA zusammen mit dem Internationalen Netzwerk gegen Cyber-Hass (INACH), der französischen NGO LICRA und dem österreichischen Forschungsunternehmen SYNYO durchgeführt.

Die von INACH für Kontinentaleuropa erstellte Analyse von hasserfüllten Online-Posts hat gezeigt, dass starke Verbindungen zwischen aktuellen Hassreden im Internet und den Praktiken, welche üblich für Nazi-Propaganda waren, bestehen.

Ziel der im Rahmen des Re-Act Projekts erstellten Studien ist es die Mechanismen zu beleuchten, mit denen alte Stereotypen, Halbwahrheiten und Mythen über Juden und Roma wiederverwertet werden. Die Studien zielen darauf ab, die Prinzipien zu erläutern, die dem Wiederaufleben dieser tief verwurzelten antijüdischen oder anti-Roma Einstellungen zugrunde liegen, und zu zeigen, wie diese neuen Formen derselben sich wiederholenden fremdenfeindlichen Ideen online in modernen Formen existieren, insbesondere in den sozialen Medien.

Antiziganismus

Nach den Erkenntnissen der im Projekt tätigen Analysten ist es offensichtlich, dass Antiziganismus online auf dem Vormarsch ist.

Der Trend ist eine kontinuierliche Normalisierung von Hassreden gegen Roma. Solche Reden werden heute nicht nur von Mitgliedern ultra-rechter Gruppen verbreitet, sondern auch von ‘normalen’ Menschen oder Mainstream-Parteien“, sagen Selma Muhič Dizdarevič und Jitka Votavová, die Autorinnen der Studie über Antiziganismus.

Fake News, Hoaxes und Manipulationen werden als Instrumente zur Verbreitung von Hass eingesetzt. Auch der Trend zu sogenanntem humorvollem Rassismus nimmt zu und schafft einen Cocktail aus Ironie, Spott und Erniedrigung, der vor allem für junge Menschen attraktiv ist“, so die Autoren.

Auch der Trend, historische Fakten im Zusammenhang mit dem Völkermord an den Roma während des Zweiten Weltkriegs entweder zu relativieren oder ganz zu leugnen setzt sich fort.

Es tauchen recht häufig Behauptungen auf, dass es eine besondere Art von ‘Roma-Kriminalität’ gibt oder dass Roma im Vergleich zu anderen Einwohnern Vorteile erhalten“, berichten die analytischen Studien und nennen als Beispiel die Falschmeldung über kostenlose Medikamente oder höhere Sozialleistungen für Roma.

Diese anti-Roma Einstellungen schaffen eine “gemeinsame Mainstream-Identität” und dienen als “Blitzableiter” für andere soziale Probleme.

Antisemitismus

Es steht außer Frage, dass der Antisemitismus heutzutage wieder zunimmt. Der globale Kontext multidimensionaler Krisen trägt dazu bei, die Situation noch weiter zu verschärfen. So zeigt sich das Wiederaufleben des Antisemitismus im Internet und im Alltag, auch in den europäischen Ländern im westlichen, mittleren und östlichen Teil des Kontinents.

Zum Beispiel werden im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie über soziale Netzwerke viele Verschwörungstheorien darüber verbreitet, dass vor allem jüdische Menschen für die Verbreitung des Virus verantwortlich seien. Dieses Thema ist recht populär geworden, es ist daher wichtig, sich auf die antisemitischen Äußerungen zu konzentrieren, die online geteilt werden.

Antisemitische Hassreden im Internet sind das Spiegelbild von jahrhundertelangen Stereotypen, Stigmatisierung, Diskriminierung und Gewalt.

Es ist schwierig, die Menge an antisemitischen Inhalten abzuschätzen, aber soziale Medien, Blogs und andere Online-Plattformen haben in hohem Maße zur Verbreitung und Förderung von gewalttätigen, gefährlichen antisemitischen Mythen, Verschwörungstheorien und Reden beigetragen. Fast alle wichtigen Ereignisse können potenziell zu antisemitischen Inhalten im Internet führen.

Aus diesen Gründen ist es von entscheidender Bedeutung Antisemitismus durch eine gemeinsame Strategie zu bekämpfen, die auf Aufklärung und auf länderübergreifenden Regeln und Definitionen basiert. Die Zivilgesellschaft steht an vorderster Front, wenn es darum geht, antisemitische Online-Inhalte in Zusammenarbeit mit Mainstream-Plattformen sowie mit nationalen und europäischen Behörden, zu melden und zu bekämpfen.

Projekt Re-ACT

Das Ziel des Projekts Re-ACT ist es, auf der Grundlage der Analyse von Hassreden und Online-Praktiken das Bewusstsein für die Ursprünge dieser Reden und die Motivationen derer, die sie betreiben, zu schärfen und aufzuzeigen, wie man sich effektiv dagegen wehren kann.

Ein wesentlicher Bestandteil der Projektarbeit ist die Bereitschaft von Experten, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen. Angesichts der Tatsache, dass direkte Augenzeugen der Schrecken des Holocausts immer weniger werden und die Zahl derer, die die Auswirkungen der NS-Ideologie anzweifeln, wächst, werden solche Aktivitäten immer notwendiger.

Als Teil des Projekts Re-ACT wird auch eine online “Präventions-Hub” geschaffen, ein Zentrum für den Austausch von pädagogischen und methodischen Materialien, in dem interessierte Fachleute (Lehrer, diejenigen, die mit Jugendlichen arbeiten, Vertreter der Zivilgesellschaft, Politiker) sowie die breitere Öffentlichkeit aktuelle, geprüfte Informationen im Bereich der Online-Prävention von Hass gegen jüdische Menschen, Roma und andere marginalisierte Gruppen sowie damit verbundene Initiativen und neuesten Entwicklungen finden können.

Für weitere Informationen zu diesem Projekt besuchen Sie die Website React.inach.net

Das Projekt Re-ACT wird durch das Programm der Europäischen Union “The Rights, Equality and Citizenship Programme (2014-2020)” finanziert.

Studien zum Download:

Rückfragen & Kontakt:

contact@synyo.com

https://react.inach.net/contact/

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