Wien (OTS) Im November 2016 ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder gesunken. Mit Ende des Monats waren etwas mehr als 429.000 Personen arbeitslos gemeldet oder in einer Schulung, vor einem Jahr waren es noch 1.000 mehr. Der Rückgang ist mit 0,2 Prozent dennoch sehr gering. Eine Publikation der EU-Statistikbehörde Eurostat veranschaulicht, dass europaweit die Erwerbsquote von MigrantInnen deutlich unter den Werten für InländerInnen liegt. In Österreich beträgt die Erwerbsquote 80 Prozent, bei MigrantInnen aus einem Drittland 66 Prozent. Auch hoch qualifizierte MigrantInnen finden keine ausbildungsadäquaten Arbeitsplätze. Das Projekt AMOM – Arbeitsmarktorientierung für qualifizierte Migrantinnen war mit 31 Kursplätzen entsprechend schnell ausgebucht. Ziel des Projekts war es, Migrantinnen mit guten Deutschkenntnissen und abgeschlossener Ausbildung den Berufseinstieg in Österreich zu erleichtern. „Der Andrang bei den Informationsveranstaltungen war enorm“, berichtet Manuela Vollmann, Geschäftsführerin der mit der Durchführung beauftragten Organisation abz*austria. “Die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu heben ist uns wichtig”, sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. “Einen Job zu haben, von dem man leben und in dem man sich entwickeln kann, ist wichtig für ein selbstbestimmtes Leben. Qualifizierte Migrantinnen bringen wesentliche Voraussetzungen dafür ja schon mit – und bei allem, was noch fehlt, können sie auf unsere  Unterstützung zählen.” AMOM wurde durch das Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres und das AMS Wien möglich gemacht.

31 Frauen starteten mit hoher Motivation und Lernbereitschaft in den 12-wöchigen Kurs inklusive Einzelcoaching. Insgesamt waren 19 unterschiedliche Nationen vertreten. 11 Frauen konnten bereits einen Universitätsschluss vorweisen, wobei die Bandbreite dieser Abschlüsse von persischer Literaturwissenschaft über Materialphysik bis hin zu Ackerbau reichte. Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen lag bei 38,8 Jahren. „Keine der Frauen hat den Kurs abgebrochen“, freut sich Vollmann. Sie resümiert: „Drei Monate nach Kursende zeigt die erfreuliche Bilanz, dass bereits 10 Frauen eine Arbeit aufgenommen haben, 14 Frauen befanden sich zum Stichtag noch in einer Aus- und Weiterbildung, das entspricht einer Erfolgsquote von 77 Prozent. Von drei absolvierten Arbeitstrainings erhielten zwei Frauen bereits ein weiterführendes Jobangebot.

Eine der erfolgreichen Frauen ist die 41 jährige Laura Lizeth Lopez de la Torre. Die gebürtige Mexikanerin hat bereits einen Doktor der Materialphysik erworben und ist seit sechs Jahren in Österreich. In dieser Zeit war sie bereits als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Gerne würde sie weiter in der Wissenschaft bleiben, gleichzeitig wurde durch den Kurs ein zweiter Berufswunsch herausgearbeitet. Frau Lopez de la Torre besucht mittlerweile die FH- Technikum, es fehlt ihr nur noch ein Semester für den Abschluss als Digitalmanagerin. „Durch die neue Ausbildung eröffnen sich mir, in Kombination mit den schon erworbenen Kenntnissen, neue berufliche Möglichkeiten“, ist sich Lopez de la Torre sicher. Digital Marketing Management, Digital Consulting oder auch Webdesign sind mögliche neue Tätigkeitsfelder.

Es war bereits der dritte Durchgang der Maßnahme und wie schon davor bestätigte sich die Vorerfahrung, dass die Frauen sehr wenige Kenntnisse über die Schul- und Bildungslandschaft sowie über den Arbeitsmarkt in Österreich mitbrachten. „Neben der Verbesserung der Deutschkenntnisse und der Auffrischung des EDV-Know Hows war es deshalb wesentlich, gemeinsam mit den Frauen zu klären, welche Kompetenzen, Erfahrungen und Ausbildungen sie auf dem österreichischen Arbeitsmarkt einbringen können und welche Schritte notwendig sind bzw. welche Weiterbildungen es noch braucht, damit sie in ihrem Beruf arbeiten können“, erläutert Vollmann. Generell hält die Geschäftsführerin von abz*austria fest: „Wir müssen den Fokus weg von den sogenannten „Defiziten“ hin zu den Potenzialen der ZuwanderInnen setzen. Viele MigrantInnen sind sehr gut ausgebildet, bringen vielfältige berufliche Erfahrungen sowie sprachliche und persönliche Kompetenzen mit. Wenn wir uns darauf konzentrieren, entsteht ein Mehrwert für die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Menschen.“

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