SWV Wien veröffentlicht exklusiv den Fragebogen von E&Y und hat diesen von einem Steuerberater überprüfen lassen. Das Ergebnis: Hohe Kosten, ein großer Zeitaufwand, ein Bürokratiemonster.

Wien (OTS/SWV Wien) Die Kritik an der Überprüfung der Bezieher*innen des Härtefallfonds im Auftrag von Harald Mahrers Wirtschaftskammer reißt nicht ab. Insgesamt sollen etwa 2.500 Unternehmen stichprobenartig überprüft werden. Obwohl der Durchschnittsbezug lediglich 1.100 Euro pro Antrag beträgt, könnten hier hohe Kosten auf die Betriebe zukommen. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe sind besorgt.

Steuerberater kritisiert unverhältnismäßige Prüfung

Der SWV WIEN hat einen Steuerberater damit beauftragt, den Fragebogen genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Die gesetzten Fristen sind unklar formuliert und dürften zahlreiche Unternehmer unter großen Zeitdruck setzen.
  • Der Fragebogen ist derart unstrukturiert aufgebaut, dass man durch die Flut der Fragen den Eindruck bekommt, vor einer unüberwindbaren Aufgabe zu stehen. Dies trifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die über keine eigene Buchhaltung verfügen.
  • Das Beschaffen/Bereithalten der Nachweise über die Stammdaten (Frage 1-35) und diese digital vorzubereiten, ist für viele eine Herausforderung, die sie oft nicht allein lösen können.
  • Selbst mit der enthaltenen Erläuterung ist nicht davon auszugehen, dass ein durchschnittlicher Unternehmer diese Beurteilung ohne einen Berater vornehmen wird können.
  • Der Fragebogen wird lediglich in Deutsch übermittelt. Migrant*innen werden dadurch massiv benachteiligt.
  • Jene Unternehmer*innen, die den Antrag aufgrund der Kostenunterdeckung gestellt haben, werden bei der Überprüfung mit dem höchsten Aufwand zu rechnen haben.
  • Mit einem geschätzten Zeitaufwand von mindestens fünf Beraterstunden, werden sich die Kosten durch die Zuhilfenahme eines Steuerberaters auf mindestens 1.000 Euro belaufen. Je nach Datenlage kann dieser Betrag auch höher ausfallen.

Fazit: Diesen unstrukturierten Fragebogen auszufüllen, ist für einen durchschnittlichen Kleinunternehmer nicht ohne Unterstützung eines Beraters zu bewerkstelligen. Die Kosten, die durch die Zuhilfenahme eines Steuerberaters entstehen, werden über 1000 Euro betragen und das auch nur, sofern der Unternehmer bereits in derselben Kanzlei die Buchhaltung führen lässt und die Nachweise für die Stammdaten bereits digital vorliegen hat.

SWV WIEN startet Petition gegen Überprüfung

„Die WKO verweist bei Anfragen lediglich auf die Hotline von E&Y und deren Homepage für die Nachkontrolle. Da sie sich in einem selbstverschuldeten Interessenkonflikt befindet, will sie als beauftragende Institution ihrer Kernaufgabe nicht nachkommen und ihre Mitgliedsbetriebe beraten. Daher stellen wir als SWV WIEN den Fragebogen auf unserer Petitions-Webseite zur Verfügung und versuchen, die Unternehmen bestmöglich zu unterstützen“, so SWV WIEN Präsident Marcus Arige.

„Die Mitglieder sind berechtigterweise empört. Die eigene Standesvertretung beauftragt mit Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen nun eine Überprüfung ihrer eigenen Mitgliedsbetriebe. Die Unternehmen, die Unterstützung aus dem Härtefallfonds beantragt haben, haben durch die Corona-Maßnahmen massive Umsatzeinbußen erlitten. Sie in der jetzigen Phase mit einem solchen Bürokratiemonster zu schikanieren zeigt, wie weit sich die WKO-Spitze um Harald Mahrer von ihren Mitgliedsbetrieben entfernt hat“, so Arige.

Damit Unternehmer*innen ihren Unmut kundtun können, hat der SWV Wien eine Petition gestartet: https://unterstuetzen.swv.wien/haertefallfond

Über den SWV Wien

Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Wien ist die Interessenvertretung der Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe sowie der Ein-Personen-Unternehmen. Der SWV ist die sozialdemokratische Fraktion in der Wirtschaftskammer Wien und eine Vorfeldorganisation der SPÖ.

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