Acht Keyfindings aus der AK Diskussion im Rahmen der „Aktion: Armut abschaffen“ zum Thema Kinder- und Jugendarmut

Wien (OTS) In Österreich leben 362.000 Kinder und Jugendliche in Haushalten, die es sich nicht leisten können, unerwartete Ausgaben zu tätigen. 105.000 Kinder, Jugendliche bzw. deren Eltern können aus finanziellen Gründen nicht wenigstens einmal im Monat FreundInnen oder Verwandte einladen. „Mit der Covid-19-Krise sind weitere Schwierigkeiten hinzugekommen“, sagt AK Experte Norman Wagner. „Es ist eine Schande, dass in einem reichen Land wie Österreich Kinder in Armut aufwachsen müssen.“ Im Rahmen der „Aktion: Armut abschaffen“ hat die AK im Vorfeld des Tags der Jugend eine Diskussion zum Thema „Armut können wir uns nicht leisten“ organisiert.

Die Keyfindings aus der Debatte, an der neben AK-Experten Norman Wagner der Psychotherapeut Martin Schürz, Hanna Biller (Bundesjugendvertretung) sowie die Journalistin Nina Horaczek teilnahmen:

„Bei der Armutsbekämpfung müssen viele Zahnräder ineinandergreifen“, sagt AK Experte Norman Wagner. So hat etwa die Wohnsituation Einfluss auf die Gesundheit, und Gesundheit ist wiederum eine Voraussetzung, um in Schule, Ausbildung oder am Arbeitsplatz leistungsfähig zu sein. Wichtig ist, dass die Kinder- und Jugendliche selbst unterstützt werden und nicht nur die Haushalte, in denen sie leben.

+ “Kinderarmut hat psychosoziale Folgen für die ganze Familie”, sagt Martin Schürz. Das Leben in Armut ist eine Erschwernis, die sich beispielsweise in Angst zeigt, in Beschämung und in Scham.

+ “Kinder und Jugendliche wissen, was sie für ein gutes Leben brauchen. Deshalb ist es wichtig, dass sie auch selbst immer zu Wort kommen und mitreden können”, sagt Hanna Biller, Referentin bei der Bundesjugendvertretung.

+ Wir haben ein Bildungssystem, in dem Bildung massiv vererbt wird. Aus armen Kindern werden oft arme und kranke Erwachsene. Um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, braucht es massive Investitionen in die Kinderbildung, eine Schulfinanzierung nach dem AK-Chancenindex und kostenlose hochwertige Ferien- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder. 100 Millionen Euro werden derzeit pro Jahr für Nachhilfe ausgegeben – das können sich bei weitem nicht alle leisten.

+ Neben Bildung muss auch auf Verteilungsthemen geachtet werden. Eine gerechtere Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der jene mit großem Vermögen mehr Beiträge leisten.

+ Der Grund für Armut ist oft Arbeitslosigkeit, das Arbeitslosengeld in Österreich ist sehr niedrig. Daher braucht es hier eine Erhöhung.

+ Damit der jetzt einsetzende Aufschwung ein Aufschwung für alle werden kann, müssen Gruppen, die derzeit weniger Chancen haben, neue Chancen bekommen, vor allem Langzeitbeschäftigungslose und ältere ArbeitnehmerInnen.

+ Zur Bekämpfung von Armut bei Kindern und Jugendlichen hat die Arbeiterkammer ein umfassendes Paket vorgelegt, das neben Geldleistungen auf Bildungschancen und Unterstützungsangebote setzt. Denn die Wege aus der Kinderarmut sind komplex, aber mit dem richtigen Mix aus Geld- und Sachleistungen erfolgreich beschreitbar.

Die Diskussion sowie das Paket zur Bekämpfung von Kinderarmut im Detail sind online zu finden unter www.arbeiterkammer.at/AktionArmutAbschaffen

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