Neues Buch warnt vor „Zwei-Drittel Demokratie“ und will die übergangenen, ungehörten Stimmen hör- und sichtbar machen.

Wien (OTS) AVISO Donnerstag, 4. März 2021, 18.00h Online-Buchpräsentation über Zoom. Anmeldung unter office@armutskonferenz.at

„Die ideale Demokratie ist Wertschätzung eines jeden Menschen und gehört werden“, das sagt die Strassenzeitungsverkäuferin Sonja im neu erschienen Buch „Stimmen gegen Armut. Weil soziale Ungleichheit und Ausgrenzung die Demokratie gefährden“. Sie engagiert sich in der Plattform Sichtbar Werden, einem Zusammenschluss Armutsbetroffener.

Das Buch zeigt auf: Je prekärer die Lebensverhältnisse, desto geringer ist die Wahlbeteiligung. Dadurch haben die oberen zwei Drittel der Gesellschaft einen wesentlich größeren Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlaments als das untere Drittel. Auch andere Formen der politischen Beteiligung sind abhängig von sozioökonomischen Ressourcen.

Soziale Ungleichheit schmälert Vertrauen und behindert politische Mitbestimmung

Die AutorInnen des Buches warnen davor, dass Ungleichheit zu einer tiefen sozialen Kluft in der Demokratie führt und den sozialen Zusammenhalt gefährdet. Ökonomische Unsicherheit schmälert das Vertrauen und behindert politische Mitbestimmung. Beiträge finden sich im Band u.a. von Soziologin Laura Wiesböck, Univ.Prof. Stephan Lessenich, dem britischen Politologen Colin Crouch, SORA Mitarbeiterin Martina Zandonella oder Bildungswissenschafter Roman Langer. Dazwischen zeigen Praxisbeispiele wie es anders gehen könnte: Bürgerräte in Vorarlberg, legislatives Theater aus Graz, Communityarbeit an Wiener Schulen, ein partizipatives Arbeitsmarktprojekt aus dem Waldviertel.

Stimmen hör- und sichtbar machen

Die AutorInnen dieses Buchs gehen der Frage nach, wie Demokratie gestaltet werden kann, damit alle gesellschaftlichen Gruppen teilhaben und mitbestimmen. Was braucht es, damit die Stimmen ausgegrenzter und armutsbetroffener Menschen gehört werden? Wie können wir eine drohende Zwei-Drittel-Demokratie verhindern?

“Mit meiner Stimme kann ich bei Wahlen die Zukunft mitbestimmen.” – Dieser Aussage können 50 Prozent des stärksten ökonomischen Drittels der österreichischen Bevölkerung zustimmen, aber nur 28 Prozent des schwächsten. Vom ärmsten Drittel der Bevölkerung geht nur die Hälfte wählen, vom reichsten Drittel sind es 80 Prozent. Im Parlament sind daher zunehmend die Interessen der Reicheren vertreten. Die Gesetze werden deshalb auch für das oberste und bestenfalls für das mittlere Drittel gemacht, das untere Drittel wird übersehen.

SERVICE:

“Stimmen gegen Armut: Weil soziale Ungleichheit und Ausgrenzung die Demokratie gefährden”, Margit Appel, Verena Fabris, Alban Knecht, Michaela Moser, Robert Rybaczek-Schwarz, Martin Schenk, Stefanie Stadlober (Hrg), Taschenbuch, 268 Seiten, ISBN-13: 9783752690538, Die Armutskonferenz.

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