Strasser und Schmiedtbauer kritisieren fehlenden ganzheitlichen Ansatz

Wien (OTS) Mit der heute präsentierten Forststrategie will die EU-Kommission die Klimaschutzleistungen der Wälder ihrer Mitgliedstaaten erhöhen und die Biodiversität stärker fördern. “Nachhaltige Forstwirtschaft muss die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte des Waldes gleichermaßen berücksichtigen und auch lokale Bedürfnisse respektieren. Mit der Vorlage der EU-Forststrategie hat die EU-Kommission ihren Irrweg leider nicht korrigiert”, kritisieren Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament und Vorsitzende der Arbeitsgruppe “Nachhaltige Waldbewirtschaftung”.

“Das ist bedauerlich, zumal wir Forstwirte und Experten aus der Praxis im Vorfeld oftmals das Gespräch angeboten haben. Wirtschaftliche Aspekte der Waldbewirtschaftung werden untergeordnet und bisherige Kompetenzen von den Mitgliedstaaten in Richtung EU verschoben. Zusätzlich möchte die EU-Kommission das etablierte Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung um Kriterien zu Ökosystemgesundheit, Biodiversität und Klimawandel erweitern. Jetzt müssen wir aus diesem schwierigen Start für die Zukunft der Wälder und der nachhaltigen Forstwirtschaft das Beste machen und gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und uns Praktikern den Kurs korrigieren”, so Schmiedtbauer.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

“Unsere Wälder sind die Geheimwaffe im Kampf gegen den Klimawandel. Wir wollen fossile Materialien durch Holz ersetzen und so CO2 aus der Atmosphäre speichern, beispielsweise in einem Holzhaus oder in Möbeln. Nutzen wir unsere Wälder nachhaltig, leisten wir einen höheren Beitrag zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt, als wenn wir diesen außer Nutzung stellen. Wir müssen die Rahmenbedingungen für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe stärken, damit unsere Wälder weiterhin ihre ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben erfüllen können. Totes Holz allein hilft da niemandem, denn das gibt CO2 in die Atmosphäre ab, macht umliegende Bäume anfälliger für Schädlinge und erbringt keine Wertschöpfung”, betont Strasser und beschreibt die fehlende ganzheitliche Betrachtung der Waldbewirtschaftung als Hochrisikostrategie.

“Bereits jetzt gibt ein Teil des Amazonas-Regenwaldes infolge der Regenwaldabholzung und des Klimawandels mehr CO2 ab als er aufnimmt. Können wir das Potenzial unserer heimischen Wälder nicht vollständig nutzen, steigt auch der Druck auf die Regenwälder. Die Folge könnte eine Zunahme der massiv klimaschädlichen Holzimporte aus den tropischen Gebieten sein”, warnt Strasser.

“Wir Forstwirte kümmern uns seit Generationen in bewährter Art und Weise um unsere Wälder. Wir stehen bereit, mit aller Kraft zu einem wirksamen Green Deal und einer guten Zukunft für die Menschen in Europa und der Welt beizutragen. Das ist aber nur mit einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und einer dynamischen Bioökonomie möglich. Es ist nicht zu spät für einen Schwenk in die richtige Richtung”, unterstreicht Schmiedtbauer.

“Nur eine nachhaltige, über Generationen hinweg ausgerichtete Bewirtschaftung unserer Wälder ermöglicht uns, fossile Ressourcen durch Holz zu ersetzen. Unsere Wälder haben aber neben ihrer Funktion als natürliche CO2-Senke und Erholungsraum für den Menschen auch einen wirtschaftlichen Nutzen, der oft unterschätzt wird. Europas Wälder bedeuten mehr als nur den Schutz von Biodiversität. Wald bedeutet Rohstofflieferant, Arbeitsplätze, saubere Gewässer und Klimaschutz”, geben Strasser und Schmiedtbauer zu bedenken. (Schluss)

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