Anlässlich des 1. Qualifikationsspiel für die Herren-Fußball WM in Katar erinnert Bayr an das Leid der Gastarbeiter*innen in Katar

Wien (OTS/SK) Morgen Abend spielt die österreichische Nationalmannschaft gegen Schottland in Glasgow. Vergessen scheinen die Berichte des Guardian und zivilgesellschaftlicher Organisationen, die uns bereits seit 2013 vor den menschenunwürdigen und tödlichen Arbeitsbedingungen während der Vorbereitungen der Fußball WM 2022 warnen. “Es ist eine Schande, dass für dieses riesige Fußball-Unterhaltungsevent die Gesundheit und das Leben von Arbeiter*innen riskiert werden”, kritisiert Bayr und ergänzt: „Am 25.3. ist auch der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels. Richten wir unser Augenmerk auf die immer noch bestehenden Auswirkungen auf die Nachfahren der Opfer und behalten wir gleichzeitig die moderne Sklaverei im Blick“. ****

Schon im September 2013 berichtet der britische Guardian über die miserablen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen Katars, das Südwind Magazin veröffentlicht einen Bericht mit dem Titel „Sterben für die große Show“ im Dezember desselben Jahres. Im Februar 2021 veröffentlichten der Guardian erneut einen Bericht demzufolge seit der Vergabe der WM an Katar über 6.500 Gastarbeiter allein aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka gestorben sind. Durchschnittlich zwölf Gastarbeiter*innen pro Woche sollen seit Dezember 2010 umgekommen sein. „Dass Katar Menschenleben Profitinteressen unterordnet, ist der eine Skandal, dass die FIFA einfach zuschaut, ist der andere”, macht Bayr deutlich.

Schwere körperliche Arbeit bei hohen Temperaturen auf Baustellen von Stadien, Hotels und Verkehrsinfrastruktur ist selbst für junge und besonders fitte Menschen tödlich. Es kommt zu Herz-Kreislauf-Versagen, aber auch Verletzungen und Stürze aus großer Höhe sind häufige Todesursachen.

Trotz einiger Verbesserungen im Arbeitsrecht, haben die Arbeiter*innen auf den Baustellen der Fußball-WM in Katar immer noch keine Möglichkeit, sich in Gewerkschaften zu organisieren oder Rechtsmittel gegen Arbeitsrechtsverstöße einzulegen. Eine unabhängige Überprüfung der Arbeitsbedingungen und eine strikte Durchsetzung der Schutzvorkehrungen fehlen.

Großveranstaltungen im Sport werden seit Langem mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht. Für die Fußball-WM in Brasilien 2014 wurden ganze Viertel, in denen vorrangig Arme gelebt haben, dem Erdboden gleichgemacht. Die Sportartikelhersteller, die diese Veranstaltungen aussatten, sind seit vielen Jahren in der Kritik Arbeitsrechte bei der Herstellung ihrer Trikots zu verletzen.

Die FIFA hat Anfang 2017 einen Beratungsausschuss für Menschenrechte gebildet und behauptet in ihren Leitprinzipien, dass sie Sorgfaltsprüfungen durchführen wird, um das Risiko von Menschenrechtenrechtsverletzungen zu erkennen. „Auch hier wird deutlich: Freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind nicht wirksam. Ohne gesetzlich verbindliche Rahmenbedingungen wird Profit immer auf Kosten der Menschenrechte gehen“, so Bayr abschließend. (Schluss) up/mp

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