COVID-19 Pandemie wirft Fortschritte in der Bekämpfung von Tuberkulose um 5-8 Jahre zurück

Wien (OTS/SK) Anlässlich des World TB Day am 24. März 2021 erinnert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, daran, dass pro Jahr immer noch zehn Millionen Menschen an TB erkranken, darunter eine Million Kinder. Die COVID-Pandemie wird, nach Schätzungen der UN, die bereits erzielten Fortschritte gegen die Tuberkulose um fünf bis acht Jahre zurückwerfen und zusätzlich 1,5 Millionen Tote zwischen 2020-2025 verursachen. „Auch schon vor Corona war Tuberkulose eine Krankheit der Benachteiligten und Marginalisierten. Die Ressourcen zu ihrer Bekämpfung sind unzureichend. Wir müssen das neue geweckte Interesse an globalen Gesundheitsthemen für die Weiterentwicklung von Diagnostik und Behandlung von TB nützen“, fordert Bayr. ****

Menschen, deren Tuberkulose-Erkrankung bisher gut behandelt war, verpassen wegen Lockdowns oder der berechtigten Sorge vor einer weiteren Infektion Arzttermine. Eine Unterbrechung der Therapie kann aber zu Resistenzen gegen eigentlich wirksame Medikament führen. Viele kommen erst ins Spital, wenn sie bereits todkrank sind.

Neue Fälle von Tuberkulose werden nicht diagnostiziert und somit wird die Krankheit im Umfeld der Infizierten weitergetragen. Laut WHO erkranken pro Jahr zehn Millionen Menschen an Tuberkulose, darunter eine Million Kinder. Ein Viertel der TB-Infektionen weltweit finden in Indien statt. Tuberkulose ist eine Krankheit der Armen. Stress und Mangelernährung können sie ausbrechen lassen. Viele tragen den TB-Erreger bereits in sich, aber ein intaktes Immunsystem kann vor einem Ausbruch schützen.

Die Tuberkulose wurde im 19. Jahrhundert auch als “Wiener Krankheit” bezeichnet, da TB hier besonders verbreitet war. Die Tuberkulose galt auch damals als Krankheit der Armen und Arbeiter*innen. Durch Luftkuren, bessere Früherkennung, Ernährung und die besseren hygienische Verhältnisse in den neuen Wohnungen des roten Wien, konnten die Todesfälle von 35 Prozent im Jahr 1884 auf 9,3 Prozent im Jahr 1932 gesenkt werden. Bis in die 1950er Jahre starben aber Menschen in finanziell prekären Situationen deutlich häufiger an TB als gutsituierte Bürger*innen der Stadt.

„Es gibt keinen Sieg über Krankheiten wie TB, wenn wir nicht gleichzeitig die globale Armut besiegen“, schließt Bayr. (Schluss) ls

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