Militärjunta in Myanmar lässt Pandemie freien Lauf und riskiert so tausende Tote zusätzlich zu ihren gewaltsamen Übergriffen

Wien (OTS/SK) In Myanmar explodieren die COVID-Fälle, die Delta-Variante nimmt überhand und das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Das Center for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA stufte gestern Myanmar auf Stufe 4, der höchsten Stufe eines Pandemieausbruchs, ein. „Ohne rasche Hilfe der internationalen Gemeinschaft kann es zu einem großen Verlust an Menschenleben in Myanmar kommen”, warnt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung. ****

Tom Andrews, UN-Sonderberichterstatter für die Situation der Menschenrechte in Myanmar, weist in seinem Bericht deutlich auf die besondere Gefährdung in Myanmars überfüllten Gefängnissen hin. Myanmars Gefängnisinsassen, unter ihnen tausende politische Häftlinge, die seit dem Putsch willkürlich inhaftiert wurden, sind in großer Gefahr. „Für die Häftlinge, besonders für Menschen mit Vorerkrankungen, könnte ihre Inhaftierung zu einem Todesurteil werden”, ist Bayr überzeugt.

Die Junta hat den Verkauf von Sauerstoff durch private Hersteller eingeschränkt und das Militär hat Beschlagnahmungen in Sauerstoff produzierenden Fabriken für den eigenen Gebrauch durchgeführt, wie das Committee Representing Pyidaungsu Hluttaw (CRPH) und die National Unity Government (NUG) Unterstützer*innen berichten.

Laut n-tv gehen Freiwillige unermüdlich von Haus zu Haus und holen Leichname ab, weil zahlreiche Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens festgenommen wurden oder geflüchtet sind und es sonst zu einer noch schlimmeren Verbreitung von Seuchen kommen würde. Ein Freiwilligenteam erklärt, jeden Tag zwischen 30 und 40 Leichen einzusammeln.

„Die internationale Gemeinschaft muss dringend ein unabhängiges Gremium einsetzen, das die Bekämpfung des Pandemieausbruchs in Myanmar koordiniert und ein Impfprogramm startet“, fordert Bayr und ergänzt: „Die Junta muss außerdem Rechenschaft über jene 350 Mio. US-Dollar COVID-Hilfe ablegen, die der Internationale Währungsfonds Myanmar nur wenige Tage vor dem Staatsstreich zur Verfügung stellte. Ich fordere die österreichische Bundesregierung dazu auf, sich bei den Vereinten Nationen mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass internationale Gelder bei den Burmes*innen selbst ankommen und nicht in den Taschen der Militärs verschwinden“, so Bayr, die abermals einen sofortigen Rückzug des Militärs, die Freilassung der politischen Gefangenen und die Einsetzung des demokratisch gewählten Parlaments fordert. (Schluss) bj

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