Wien/Mauthausen (OTS) Die europaweit größte Internationale Befreiungsfeier, veranstaltet vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), fand aufgrund der Covid-19-Pandemie in Form eines Gedenkzugs mit reduzierter TeilnehmerInnen-Anzahl statt. Statt zehntausender Menschen, die sonst in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zusammengetroffen wären, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, waren tausenden ZuseherInnen aus über 20 Ländern der Welt wie Österreich, Deutschland, aber auch Israel, Philippinen und USA virtuell von zuhause dabei. Die Feierlichkeiten wurden auf einem internationalen Stream auf www.mkoe.at wie auch auf ORF III übertragen. Gemeinsam gedachten sie der Befreiung des KZ Mauthausen vor 76 Jahren und dessen Opfer. Das diesjährige Schwerpunktthema „Vernichtete Vielfalt“ erinnerte an die vielfältigen Opfergruppen, die die Nationalsozialisten verfolgt, interniert und ermordet haben.

Anlässlich der 76. Wiederkehr der Befreiung des KZ-Mauthausen lud das Mauthausen Komitee Österreich in Zusammenarbeit mit dem Comité International de Mauthausen (CIM) und der Österreichischen Lagergemeinschaft (ÖLM) wieder zur Internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, die diesmal in Form eines Gedenkzugs abgehalten worden ist. Um in Vertretung aller, die nicht teilnehmen konnten, an die unzähligen Verstorbenen zu erinnern, fanden sich zahlreiche VertreterInnen des offiziellen Österreichs sowie internationale und nationale Delegationen und Jugendorganisationen ein.

Nach der Begrüßung und der Verlesung des Mauthausen Schwurs in verschiedenen Sprachen durch internationale Jugendliche folgten Willkommensworte des MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi: „Wir haben von den Überlebenden den Auftrag bekommen, das Gedenken der Toten zu ehren und für ein “Niemals wieder” einzutreten. Deshalb ist es uns und allen Anwesenden so wichtig, dass wir uns hier jedes Jahr um den Tag der Befreiung einfinden.”

„Mit der Befreiungsfeier im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen erinnern wir uns an das Ende des Demütigens, Quälens und Mordens von Menschen, an das Ende des Naziterrors und des Holocaust. Wir gedenken der Opfer und behalten sie in unserer Erinnerung. Und wir verstehen ‚Niemals wieder‘ als Auftrag, entschieden gegen jedes Aufkeimen von Rassismus, Antisemitismus und Totalitarismus einzutreten. Der Respekt vor Andersdenkenden und die Achtung der Grund- und Freiheitsrechte sind die Grundfesten, auf denen unser Kontinent nach 1945 sukzessive geeint wurde“, so auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen anlässlich der Gedenk- und Befreiungsfeier.

Diesjähriges Schwerpunktthema „Vernichtete Vielfalt“
Die Gedenk- und Befreiungsfeiern des MKÖ und seines Netzwerks widmen sich im Jahr 2021 dem thematischen Schwerpunkt “Vernichtete Vielfalt”. Das Jahresthema behandelt die Vielfalt der Opfergruppen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben, interniert oder ermordet wurden. Besonderes Augenmerk liegt auf den Opfergruppen, die im KZ Mauthausen und seiner Außenlager inhaftiert waren. So wurden bei der Befreiungsfeier passend zum Jahresthema zehn Kurzvideos von VertreterInnen internationaler und nationaler Opferorganisationen gezeigt. Die KZ-Überlebenden Daniel Chanoch und Shaul Spielmann sowie die Zeitzeugin Hermine Liska kamen hier u. a. zu Wort. Als sichtbares Zeichen, dass das Vermächtnis der KZ-Überlebenden weitergereicht wurde, nahmen SchülerInnen der Mittelschule Mauthausen an der Spitze des Gedenkzugs teil. Ihre Statements zum Thema Vielfalt sind Teil des Virtuellen Gedenkens auf den Online-Kanälen des MKÖs.

In Zusammenarbeit mit dem CIM zeigt das MKÖ in einer Installation zudem insgesamt 43 Fotos von KZ-Überlebenden in Lebensgröße und deren Zitate sowie Auszüge aus dem Mauthausen Schwur in verschiedenen Sprachen. Moderiert wurde die Veranstaltung, wie auch in den vergangenen Jahren, durch Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer.

Übergabe des Tapferkeitsordens der Russischen Föderation an Anna Hackl
Am Vortag der Befreiungsfeier, den 15. Mai, fand in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zudem eine besondere Zeremonie statt. Der russische Botschafter in Österreich Dmitrii Liubinskii überreichte Anna Hackl stellvertretend für ihre Mutter Maria Langthaler den Tapferkeitsorden der Russischen Föderation. Die Familie Langthaler rettete zwei sowjetischen Kriegsgefangenen im Zuge der „Mühlviertler Menschenhatz“ das Leben. „Für die Opferbereitschaft, den Mut und die Tapferkeit bei der Rettung von zwei sowjetischen Kriegsgefangenen“ wurde sie nun posthum ausgezeichnet.

Fotos und Presseunterlagen zur Gedenk- und Befreiungsfeier 2021 und zur Übergabe des Tapferkeitsordens an Anna Hackl unter: http://www.mkoe.at/service/presseinfo

Über das Mauthausen Komitee Österreich:
Die Überlebenden des KZ-Mauthausen übergaben im Jahr 2000 dem Mauthausen Komitee Österreich offiziell ihr Vermächtnis. Dieses Vermächtnis der KZ-Überlebenden bildet die Grundlage der Aktivitäten des MKÖ. Neben der Gedenkarbeit für die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere jene, die im KZ-Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sind Aktivitäten gegen Rechtsextremismus sowie die engagierte anti-faschistische und anti-rassistische Arbeit vor allem mit jungen Menschen weitere wichtige Schwerpunkte. In den vergangenen Jahren führte das MKÖ mit mehr als 180.000 Jugendlichen Zivilcourage-Trainings, multimediale Vermittlungsangebote durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an Orten ehemaliger Außenlager, die Vor- und Nachbereitung der KZ-Gedenkstättenbesuche, Anti-Rassismus-Workshops wie den Workshop “Wir sind alle” sowie die neuen thematischen Rundgänge “denk mal wien” sowie diverse anlass- und themenbezogene Jugendprojekte durch.

Rückfragen & Kontakt:

Mauthausen Komitee Österreich
Willi Mernyi, Vorsitzender
Mobil: 0664/103 6465
Tel.: 01-212 83 33
E-Mail: info@mkoe.at
Web: http://www.mkoe.at/
http://www.mkoe.at/presse
http://www.mkoe.at/gedenk-und-erinnerungsarbeit/gedenk-und-befreiungsfeiern

[ad_2]

Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.