“Man hat mich ausgepeitscht, nackt unter der kalten Brause, mit dem Ast einer Trauerweide,” so der Jenische Alois Lucke in der PULS 4 NEWS-Reportage

Wien (OTS) PULS 4 zeigt am Montag, den 19. Dezember die Reportage “Jenische in Österreich – Fremd im eigenen Land”. Die Reportage wird nach den Info-Formaten “Pro und Contra” (22:35 Uhr) und “Gültige Stimme” (23:40 Uhr) um 00:20 Uhr gesendet. PULS 4 NEWS-Journalistin Alexandra Wachter begab sich zwei Jahre lang auf Spurensuche der “vergessenen” Volksgruppe und sprach mit Betroffenen, Zeitzeugen und Experten.

Fremd im eigenen Land

Die Jenischen, auch fahrendes Volk oder im Volksmund diffamierend Zigeuner genannt, werden in Österreich seit Jahrhunderten diskriminiert. So sind über die Jahrhunderte viele Vorurteile entstanden, die in der NS-Zeit und auch noch lange nach 1945 dazu geführt haben, dass viele Jenische Kinder in Heime zwangseingewiesen wurden. Dort kam es häufig zu schweren Misshandlungen. Der Staat Österreich hat sich bei den Heimkindern entschuldigt, doch niemals anerkannt, dass unter den Heimkindern auch sehr viele Jenische Kinder waren. Die Volksgruppe existiert in Österreich offiziell nicht. In der Schweiz ist die Jenische Volksgruppe seit dem 15. September 2016 offiziell anerkannt.

Wachter sprach u.a. mit Alois Lucke, dem Präsident des Jenischen Kulturverbands in Österreich, der im Jahr 1962 in Tirol selbst in ein Kinderheim zwangseingewiesen wurde: “Ich bin dann einmal von einem Heim geflüchtet, was ja jedes Tier macht wenn es geschlagen wird. Als man mich wieder zurückgebracht hat, hat man mich ausgepeitscht, nackt unter der kalten Brause, mit dem Ast einer Trauerweide. Und wenn da die Trauerweide auf dem Körper eines 6, 7-Jährigen aufschlägt, dann bricht das auf.”

PULS 4 NEWS-Journalistin Alexandra Wachter zur Entstehung der Reportage: “Ich recherchiere seit 2014 zu dem Thema, habe zahlreiche Interviews geführt und viele Informationen zusammengetragen. Grundsätzlich ist es sehr schwierig, Interviewpartner zu diesem Thema zu finden, die auch vor der Kamera sprechen wollen. Mit der Unterstützung des 4NEWS- Sendungsverantwortlichen Florian Höllerl und dem Historiker Univ.-Doz. Mag. Dr. Horst Schreiber ist es aber im Laufe von zwei Jahren gelungen. Wir hoffen, dass wir durch die Reportage eine Reaktion der Politik auslösen können, um dieses Unrecht aufzudecken und im besten Fall eine Anerkennung für die Volksgruppe zu erwirken.”

Rückfragen & Kontakt:

PULS 4 Pressestelle
Magdalena Brugger
Tel.: 01 3687766 2615
magdalena.brugger@prosiebensat1puls4.com



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.