Ministerin Köstinger feiert Rückschritt als angeblichen Erfolg

Wien (OTS) „Die am Montag abgeschlossenen Trilog-Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zeigen, dass Ökodumping und Höfesterben weitergehen und das meiste Geld auch ohne erhebliche Gegenleistung an Megabetriebe fließen wird!“, zeigt sich Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich bestürzt. „Um den großen Verlust an Biodiversität und das massive Sterben der Feld- und Wiesenvögel aufzuhalten, bräuchte es eine nachhaltige Landwirtschaft“, so Wichmann. „Ministerin Köstinger freut sich über den Pyrrhussieg, dass sich Österreich das Agrarumweltprogramm ÖPUL der Ersten Säule auch als „Ökoregelungen“ gemäß Erster Säule anrechnen lassen kann, doch damit hat das zukünftige Agrarprogramm kaum ökologischen Mehrwert gegenüber dem alten! Die größten Vorteile haben große Agrarindustrieländer und nicht Österreich! Köstinger sägt mit der Forderung von lediglich 25 Prozent anstelle von 30 Prozent Ökoregelungen am eigenen Ast und verkauft den heimischen Landwirten diesen Rückschritt als Erfolg!“

Daher appelliert BirdLife Österreich: Eine nachhaltige Landwirtschaft kann nur mit einer gesunden Bauernschaft im Einklang mit der Natur funktionieren. Ohne funktionsfähigen Boden, ohne Bestäuber und ohne insektenfressende Vögel gibt es keinen wirtschaftlichen Ertrag. Um dies zu gewährleisten, braucht die Natur mindestens zehn Prozent Naturflächen im Ackerland wie im Grünland, weniger Pestizide und im Grünland zusätzlich 50 Prozent traditionelle Blumenwiesen. All das ist mit den weiterhin geringen Ambitionen nicht erreichbar, ganz im Widerspruch zum European Green Deal, das hat die GAP-Analyse klar gezeigt, die am 4. Mai gemeinsam von BirdLife Österreich, Global 2000, der Österreichischen Klein- und Bergbäuer_innen Vereinigung und anderen Partnern publiziert wurde.

BirdLife Österreich wird den Erfolg der nationalen GAP-Umsetzung auch in Zukunft nicht nach schönen Worten, sondern nach Fakten messen und sich im Endspurt der Erstellung des GAP-Strategieplans auch weiterhin einbringen, um zu retten, was noch zu retten ist.

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