Fragen zum Verhältnis von Politik und Kirche sowie rund um den Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen im Fokus der Begegnung mit den ÖVP-Politikern Nehammer, Sobotka, Raab und Wöginger sowie den Bischöfen Lackner, Scheuer, Schönborn, Krautwaschl und Turnovzsky

Wien (KAP) Eine Delegation der Österreichischen Bischofskonferenz ist zu einem Gespräch mit der ÖVP zusammengetroffen. Bei der Begegnung am Mittwochnachmittag im Wiener Erzbischöflichen Palais waren sowohl die Bischofskonferenz als auch die Kanzlerpartei durch ihre Spitzen, Erzbischof Franz Lackner und Bundesparteiobmann Karl Nehammer, vertreten. Beide Seiten sprachen nach dem Treffen im Interview mit Kathpress von einem “wertschätzenden und inhaltsreichen Austausch über aktuelle und grundlegende gesellschaftliche Themen”, die für Politik und Kirche gleichermaßen wichtig seien.

Neben Fragen zum Verhältnis von ÖVP und Kirche stand der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen in Österreich und international im Fokus des zweistündigen Gesprächs. Dabei ging es sowohl um Frage rund um die Hilfe für Kriegsopfer und Geflüchtete, als auch um die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise und der Inflation, insbesondere für Armutsgefährdete in Österreich.

Auch grundsätzliche Fragen zur politischen Kultur im Land waren Thema des Gesprächs, an dem Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Bundesministerin Susanne Raab und Klubobmann August Wöginger teilnahmen. Kirchlicherseits waren zudem Kardinal Christoph Schönborn, die Bischöfe Manfred Scheuer, Wilhelm Krautwaschl und Stephan Turnovszky, sowie Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka anwesend.

“Es gehört zum Grundauftrag der Kirche, aus ihrer christlichen Perspektiven am Gemeinwohl mitzuwirken”, erklärte Erzbischof Lackner gegenüber “Kathpress”. Dabei suche und pflege die Kirche Allianzen mit allen maßgeblichen Kräften in Gesellschaft und Politik, “in Offenheit und wechselseitigem Respekt”. Wenn die Herausforderungen wie zuletzt durch die Pandemie, den Krieg in der Ukraine außerordentlich werden, dann sei das “Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte ein Gebot der Stunde”, betonte der Bischofskonferenz-Vorsitzende. “Die katholische Soziallehre ist dabei ein verlässlicher Leitfaden für eine verantwortungsvolle Politik”, so der Erzbischof, der die dahingehenden Bemühungen der ÖVP würdigte.

“Die letzten Jahre waren nicht leicht für die Menschen in unserem Land. Die Corona-Pandemie, die Inflation, der Krieg in der Ukraine und zuletzt auch die Frage der Energieversorgung haben uns vor große Herausforderungen gestellt. Gleichzeitig haben uns diese Krisen deutlich vor Augen geführt, wie wichtig der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist”, führte Nehammer nach dem Gespräch mit den Bischöfen aus. Neben den zahlreichen Entlastungsmaßnahmen, die Bund und Länder auf den Weg gebracht hätten, “spielt auch die katholische Kirche und ihre Hilfsorganisationen eine tragende Rolle, wenn es darum geht, besonders betroffenen Menschen in dieser schweren Zeit zu helfen”, so der Bundeskanzler. “Ihre Arbeit ist unschätzbar wichtig und unverzichtbar für unser Land und verdient größten Respekt. Ich danke der Bischofskonferenz für die gute Zusammenarbeit und den heutigen Austausch.”

Das Treffen der Bischöfe mit der ÖVP ist Teil eines regelmäßigen Dialogs mit den Spitzen aller im Parlament vertreten Parteien des Landes, den die Bischofskonferenz in den letzten Jahren intensiviert hat. Das erste Gespräch in diesem Format fand mit der ÖVP im September 2018 statt. Es folgten Begegnungen mit der SPÖ, FPÖ, den Grünen und NEOS. Die beiden letzten Parteiengespräche mussten coronabedingt als Videokonferenz durchgeführt werden. Das Gespräch mit der ÖVP, das so wie vor vier Jahren wieder in Präsenz im Konsistorialsaal des Wiener Erzbischöflichen Palais stattfinden konnte, hat somit die zweite Runde der kirchlichen Parteiengespräche eröffnet.

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