Appell an Pfarrgemeinden für Einsatz für Menschen aus Afghanistan

Wien (OTS) Österreich müsse seinem Verfassungsrecht folgen: Abschiebungen nach Afghanistan seien rechtlich nicht mehr möglich, denn sie widersprechen der europäischen Menschenrechtskonvention; es würde sich nicht mehr um Abschiebungen handeln, sondern um eine Auslieferung an ein Terrorregime. Das schreibt Bischof Michael Chalupka in einem Brief an die evangelisch-lutherischen Pfarrgemeinden in Österreich, in den er die Verbundenheit der Evangelische Kirche in Österreich mit geflüchteten Menschen aus Afghanistan betont und den Gemeinden für ihre Sorge für Menschen aus Afghanistan dankt.

Chalupka verweist in seinem Schreiben, das morgen, Dienstag, 17. August, den Pfarrgemeinden zugesandt werden wird, auf eine Studie der Diakonie, wonach abgeschobenen Afghanen “Gefahr für Leib und Leben, Verelendung und Verfolgung” drohe. Unter anderem werde ihnen von den Taliban insbesondere auch wegen ihrer Flucht nach Europa Verrat, Verwestlichung, unmoralisches Verhalten und die Abkehr vom Islam vorgeworfen.

Gebete gegen das Gefühl der Ohnmacht

Die in Österreich lebenden Frauen, Männer und Kinder aus Afghanistan hätten in ihrer Heimat Angehörige, “um die sie nun fürchten, deren Schicksal ungewiss ist, die von einem Terrorregime bedroht sind und die um ihr Leben fürchten. Sie fürchten besonders um die Frauen und Mädchen der Familien und alle die, die sich im Vertrauen auf die vermeintlichen Schutzmächte in ihrem Land für Demokratisierung und Menschenrechte eingesetzt haben.”

Dem Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung, dass die Bilder aus Afghanistan auslösten, wolle man im Gebet begegnen: für alle Menschen, die von den jüngsten Ereignissen in Afghanistan betroffen seien, für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, und “für uns alle, dass wir angesichts des Elends, das uns vor Augen geführt wird, nicht aufhören zu glauben, dass unser Gebet und unser Eintreten für die Menschen, die vor dem Terror zu fliehen versuchen, gehört wird und im Kleinen Menschlichkeit erlebbar wird.”

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