Bei BodyTec von Open Science geht es für fünf Schulklassen zwei Jahre lang um das Thema Körper und Technik. Am 18. Juli betreuen Schülerinnen eine Station der KinderuniWien.

Wien (OTS) Am 18. Juli 2017 wirken Oberstufenschülerinnen aus dem Projekt BodyTec bei der KinderuniWien mit. Beim Workshop „Das Leben mit einer Handprothese“ geben sie ihr Wissen aus dem ersten Projektjahr an Kinder weiter. BodyTec ermöglicht es Wiener Schülern vom Volksschul- bis zum Oberstufenalter, insgesamt zwei Jahre lang intensiv mit Wissenschaftlern und Unternehmenspartnern zusammenzuarbeiten. Am Beispiel der bionischen Rekonstruktion und Prothetik befassen sich fünf Schulklassen mit verschiedenen Aspekten des Themas Körper und Technik. Workshops, Exkursionen und Öffentlichkeitsveranstaltungen bilden das Programm.

Workshops und Exkursionen im ersten Projektjahr

Im Jänner 2017 startete BodyTec für die insgesamt 114 Schüler der fünf Projektklassen mit Workshops an den Schulen. Die jungen Leute wurden von zwei Mitarbeiterinnen von Prof. Oskar Aszmann von der Medizinischen Universität Wien (MUW) mit den Grundlagen der bionischen Rekonstruktion und Prothetik vertraut gemacht. Bei einer Exkursion an die MUW konnten sie im März in authentischer Umgebung im Labor selbst Gewebsschnitte färben und diese unter dem Mikroskop analysieren. Im Patientenraum durften die Projektteilnehmer eine bionische Hand steuern und Computerspiele ausprobieren, mit denen Patienten ihr Gehirn trainieren und so den Umgang mit einer Prothese erlernen. Beim Besuch des Orthopädietechnikhauses (OTH) Döbling im Mai lernten die Schüler Wissenswertes zur Fertigung und Anpassung von Prothesen. Der Kontakt mit einer jungen und sehr lebenslustigen Patientin mit Prothesen vor Ort trug maßgeblich dazu bei, dass die Schüler ihre Ängste und Vorurteile abbauen konnten. “Die Kinder haben da meistens überhaupt kein Problem damit, das sind eher die Erwachsenen”, fühlt sich auch Hans Oppel, Geschäftsführer von OTH, nach seiner Arbeit mit den Schülern bestätigt.

Auch mit sozialen und ethischen Aspekten des Themas Prothesen machten sich die Schüler im Rahmen eines Workshops bereits Gedanken.

Jugendliche mit Migrationshintergrund konnten ebenfalls von BodyTec profitieren. Insgesamt 17 Flüchtlinge, die für die Integration in den Arbeitsmarkt vom Verein Interface betreut werden, nahmen an einem Biomedizin-Workshop teil und besuchten die MUW. 

Peer-Tutoring bei KinderuniWien

Bei der KinderuniWien am 18. Juli werden drei Oberstufenschülerinnen den Workshop “Das Leben mit einer Handprothese” mitbetreuen. Dabei übernehmen sie einen Teil des Einführungsvortrages und arbeiten anschließend auch bei den Hands-On Stationen mit den Kindern. Das zeigt deutlich den Erfolg des Projekts schon im ersten Projektjahr: wussten viele der Schüler zu Projektbeginn mit dem Begriff bionische Rekonstruktion noch wenig anzufangen, so sind sie mittlerweile mit dem Thema schon so gut vertraut, dass sie selbst ihr Wissen weitergeben können. “Jetzt sind wir schon richtige Experten für gedankengesteuerte Prothesen”, meinte etwa ein Schüler stolz nach der Exkursion zum Orthopädietechniker. Auch die verschiedenen Berufsfelder – von der Wissenschaft über Physiotherapie bis hin zur Orthopädietechnik – konnten den jungen Leuten erfolgreich aufgezeigt werden. Die Projektpartner dienten dabei sowohl den Burschen als auch den Mädchen als Role Models. So meinte etwa eine Volksschülerin bei ihrem Besuch am AKH zu einem Mitschüler: “Wenn ich groß bin, werde ich einmal Ärztin, und dann bin ich deine Chefin.”

Öffentlichkeitsarbeit, Produktdesign und Lehrerfortbildung im zweiten Projektjahr

Auch im zweiten Projektjahr wird es ein abwechslungsreiches Programm geben: Am 29. September 2017 werden junge Migranten von Interface eine BodyTec-Mitmachstation beim Langen Tag der Flucht organisieren und betreuen. Für die fünf Partnerschulen geht es kreativ weiter: Produktdesigner der studio novo communication & product design GmbH werden sich mit den Schülern im Rahmen des Zeichenunterrichts überlegen, wie Funktion und Ästhetik im Design von Prothesen zusammenspielen. Auch für Pädagogen ist etwas dabei: eine Lehrerfortbildung und Unterrichtsmaterialien zum Thema Körper und Technik sind im Rahmen von BodyTec geplant, beide kostenfrei. 

Nähere Informationen zum Workshop „Das Leben mit einer Handprothese“ bei der KinderuniWien unter:
https://kinderuni-anmeldung.at/event.php?event_id=1637

Das Projekt BodyTec wird im Rahmen des Programms Talente Regional durch das BMVIT finanziert.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Alexandra Schebesta
Projektleiterin
Open Science – Lebenswissenschaften im Dialog
+43 676 8465467
schebesta@openscience.or.at



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