Österreich ändert endlich skurrile Gesetzgebung

Wien (OTS) Derzeit kann sich in Österreich jede Privatperson unter gewissen Auflagen einen Braunbären zulegen. Diese skurrile Tatsache soll jetzt jedoch bald Vergangenheit sein: VIER PFOTEN hat von der zuständigen Bundesministerin Beate Hartinger-Klein das Versprechen erhalten, die Privathaltung von Braunbären künftig zu verbieten. Österreich, das in vielerlei Hinsicht beim Tierschutz eine Vorreiterrolle in Europa einnimmt, hinkt bislang beim Thema Braunbären hinterher: Selbst in Ländern wie Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Kroatien und Polen gilt ein gesetzliches Verbot. In Österreich ist die Haltung von gefährlichen Wildtieren, auch von Großbären, durch Private nach der 2. Tierhaltungsverordnung zwar generell verboten – die Braunbären sind jedoch absurderweise eine Ausnahme. Lediglich einzelne Bundesländer, wie etwa Kärnten und Wien, inkludieren in ihren Landessicherheitsbestimmungen bereits ein solches Verbot.

„Der Tierschutz ist mir ein großes Anliegen. Deshalb habe ich zugestimmt, dass die Privathaltung von Braunbären in Österreich verboten wird. Eine Regelung in diesem Bereich war schon längst überfällig“, sagte die für Tierschutz zuständige Bundesministerin Hartinger-Klein aus Anlass eines Treffens mit VIER PFOTEN. VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda freut sich über diese Zusage: „Die Frau Bundesminister hat damit die Zeichen der Zeit erkannt. Die Ausnahme in der Tierhaltungsverordnung ist einfach nicht angemessen. Jeder regt sich auf, wenn in Russland ein dressierter Bär bei der WM mit der Vuvuzela vor Publikum spielen muss. Aber theoretisch kann bei uns auch jeder unter gewissen Voraussetzungen einfach einen Bären halten. Das ist in einem Land wie Österreich, wo Tierschutz in der Verfassung festgeschrieben ist, absurd.“

Braunbären sind keine Kuscheltiere, sondern eine höchst anspruchsvolle und auch potentiell gefährliche Art, so VIER PFOTEN. „Es sind Wildtiere, daher sollten sie ausschließlich von lizensierten, zoologischen Einrichtungen gehalten werden dürfen. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass eine artgemäße Haltung gewährleistet ist“, meint Pluda.

Traurige Beispiele aus Österreich

Aktuell sind VIER PFOTEN keine Fälle von privaten Braunbär-Haltungen in Österreich bekannt, doch in der Vergangenheit wurden auch hierzulande Bären aus schrecklichen Haltungsbedingungen gerettet. Neun Jahre lang wurden die Bärengeschwister Liese und Vinzenz als Werbeträger für einen Skilift im Bezirk Lilienfeld, Niederösterreich missbraucht. Nach dem Konkurs der Firma wollte und konnte sich niemand mehr um die Tiere, die in einer tristen Betongrube lebten, kümmern. Ein ähnliches Schicksal ereilte Brumca. Sie war im Alter von nur wenigen Wochen an einen österreichischen Geschäftsmann verschenkt worden. Doch das Tier wurde bald größer – und ihrem Besitzer zu einer unbequemen Last. Er sperrte Brumca in einen 35 Quadratmeter großen Verschlag, in dem sie einsam und beschäftigungslos dahinvegetierte. Alle drei Bären wurden 1998 in den von VIER PFOTEN betriebenen BÄRENWALD Arbesbach im Waldviertel gebracht. Heute, zwanzig Jahre später, leben Brumca und Vinzenz noch immer dort.

Seit der Gründung vor 30 Jahren rettet VIER PFOTEN weltweit Bären aus tierquälerischen Haltungen. Heuer wurde aus Anlass des Jubiläums die Bären-Kampagne „Ein Leben – kein Leben“ gelauncht. In einigen Ländern ist die private Bärenhaltung erst auf Initiative der Tierschutzorganisation hin verboten worden. „Es ist erfreulich, dass dieser Missstand bald Vergangenheit ist. Wir rechnen nun mit einer sehr zügigen Umsetzung des Versprechens der Frau Bundesminister in den kommenden Monaten“, so Kampagnenleiterin Pluda.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Martina Pluda
Kampagnenleiterin VIER PFOTEN
Tel.: 01 8950202-171
Mobil: 0664 8485590
Email: martina.pluda@vier-pfoten.org

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