Landau appelliert für dreistufigen humanitären Aktionsplan: Vor allem die Nachbarländer Afghanistans brauchen jetzt dringend Unterstützung

Wien (OTS) Mehrfach hat sich die Caritas für einen dreistufigen humanitären Aktionsplan für Menschen, die gezwungen sind, zu flüchten, ausgesprochen. Anlässlich der neuerlichen Machtergreifung der Taliban in Afghanistan wiederholt Michael Landau, Präsident der Caritas Österreich diesen Appell mit Nachdruck: „Die Corona-Krise hat die Not geflüchteter Menschen für eine Zeit lang aus den Schlagzeilen verdrängt. Die erneute Machtübernahme der Taliban in Afghanistan duldet kein Verdrängen und kein Aufschieben mehr. Klar ist: Vor allem die Nachbarländer werden jetzt unmittelbar gefordert sein und brauchen Unterstützung. Wir dürfen diese Länder nicht alleine lassen, Europa darf sich nicht länger aus der Verantwortung stehlen. Wir müssen jetzt handeln.“

Die Caritas unterstützt bereits seit Ende der 1990er Jahre in Zusammenarbeit mit der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) mit zahlreichen Projekten aus Afghanistan geflüchtete Menschen etwa in Pakistan. Die Partner vor Ort berichten, dass davon auszugehen sei, dass die pakistanische Regierung mit einer neuen Fluchtbewegung massiv überfordert sein wird und zu wenig Ressourcen zur Verfügung stehen, um zusätzlich Männer, Frauen und Kinder, die vor den Taliban aus Afghanistan fliehen, ausreichend zu versorgen. Bereits jetzt leben rund 1,5 Millionen aus Afghanistan geflüchtete Menschen in Pakistan, inoffiziell dürften es jedoch weit mehr als 2 Millionen sein. Landau: „Klar ist, so lange Krieg herrscht, so lange Menschen in ihren Herkunftsländern und –Regionen keinen Schutz und keine Perspektiven finden, und so lange mit Waffenhandel viel Geld verdient wird, so lange werden sich Menschen auf den Weg machen. Nicht nur in die unmittelbaren Nachbarländer, sondern auch nach Europa und auch nach Österreich.“

Landau für dreistufigen humanitären Aktionsplan

Erstens brauche es jetzt dringend eine deutliche Stärkung der Hilfe für Binnenflüchtlinge und in den Nachbarländern, so Landau: „Die Situation in Afghanistan und in den Nachbarländern verlangt die Unterstützung Österreichs. Es wäre ein guter Zeitpunkt, jetzt die Erhöhung der Mittel für Entwicklungshilfe laut Regierungsabkommen auf 0,7 Prozent umzusetzen. Nothilfe zur akuten Deckung von Bedürfnissen einerseits und Beratung und Betreuung von Menschen auf der Flucht andererseits sind jetzt unbedingt gefordert.“

Zweitens braucht es jetzt dringend eine Umsetzung des EU-Pakts für Migration und Asyl, so der Präsident weiter: „Die aktuellen Ereignisse unterstreichen die Tatsache, dass es am Ende des Tages keine österreichische, keine französische oder ungarische Lösung – sondern nur eine europäische Lösung in der Flüchtlings- und Migrationsfrage geben kann. Jede und jeder, die oder der einen Antrag auf Asyl stellt, muss Zugang zu einem raschen fairen und qualitätsvollen Verfahren haben. Das ist nicht verhandelbar und muss in Form des EU-Pakts konkret umgesetzt werden. Es braucht legale und sichere Zugangsmöglichkeiten zu Schutz und zwar überall und sofort.“

Und drittens wiederholt Landau den Appell an die österreichische Bundesregierung, sich an humanitären Aufnahmeprogrammen zu beteiligen: „Mit Resettlement-Programmen wurden positive Erfahrungen gemacht – sogar die Türkis-Blaue Regierung hatte sich zu diesem Instrument im Regierungsübereinkommen bekannt. Vor diesem Hintergrund und nochmal dringlicher aufgrund der aktuellen Situation in Afghanistan sollte das auch für die aktuelle Bundesregierung möglich sein. Und wann, wenn nicht jetzt?“

Abschiebungen nach Afghanistan stoppen

Abschließend ruft der Caritas Präsident zum vorläufigen Aussetzen von Abschiebungen nach Afghanistan auf: „Österreich ist ein Rechtsstaat und hat sowohl die Europäische Menschenrechtskonvention als auch die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet – beide verbieten es, jemanden abzuschieben, wenn im Herkunftsland Tod, Folter oder unmenschliche Behandlung drohen. Im Blick auf die sich dramatisch verschlechternde Situation und Sicherheitslage sind Abschiebungen nach Afghanistan derzeit menschenrechtlich keinesfalls vertretbar.“

Caritas bittet um Spenden

Die Caritas in Österreich unterstützt ihre Partner in Pakistan bereits jetzt in der Erweiterung des Angebots für die Betreuung von afghanischen Flüchtlingen. Dafür benötigt die Caritas die Unterstützung der Österreicherinnen und Österreicher und bittet daher um Spenden unter:

Caritas Spendenkonto
IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Flüchtlingshilfe Afghanistan
Online-Spenden: www.caritas.at/afghanistan

Mit 30 Euro kann eine Familie für 1 Monat mit Lebensmittel versorgt werden.

Mit 70 Euro unterstützen Sie eine Familie mit einem Startpaket u.a. mit Hygieneartikel, Babynahrung und Kochgeschirr.

Mit 125 Euro kann eine Familie mit einer Notunterkunft versorgt werden.

Fotos & Informationen unter: https://caritas.ocloud.de/index.php/s/MJ8aPZHTMHA8qda
Honorarfreie Verwendung im Rahmen der aktuellen Berichterstattung.
Credit: siehe Dokument im Ordner

Rückfragen & Kontakt:

Caritas Österreich
Melanie Wenger-Rami
Pressesprecherin, Leitung Öffentlichkeitsarbeit
+43 664/8266920
melanie.wenger-rami@caritas-austria.at
caritas.at

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