Branche setzt auf Kreislaufwirtschaft zur Dekarbonisierung

Wien (OTS) Die chemische Industrie ist ein wichtiger Player bei der Umsetzung des Green Deal. Als Zulieferbranche für sämtliche Green Tech Technologien ist ihre Innovationskraft für den Klimaschutz unentbehrlich. Gleichzeitig ist die Branche dabei, auch ihre eigenen Prozesse zu dekarbonisieren. Im Rahmen der Veranstaltung „C3 – Carbon-neutral Circular Chemistry“ wurde dazu eine Studie des Instituts für Industrielle Ökologie präsentiert, die ergab, dass neben der Verwendung von erneuerbarem Wasserstoff und dem Einsatz von biobasierten Produkten der Schlüssel zur Dekarbonisierung in einer massiven Forcierung der Kreislaufwirtschaft liegt.

In Vorträgen der Mitgliedsunternehmen BASF, Borealis und Sunpor wurden innovative Projekte zum Thema Dekarbonisierung vorgestellt, die allesamt zeigten, wie die chemische Industrie mit ihren zirkulären Konzepten an Lösungen für die Bewältigung der Klimakrise arbeitet.

Branche braucht die geeigneten Rahmenbedingungen

Damit die chemische Industrie ihre Innovationskraft im Sinne des Klimaschutzes voll ausschöpfen kann, sind die richtigen Rahmenbedingungen eine Voraussetzung, darin waren sich alle Teilnehmer einig. „Die chemische Industrie befindet sich aktuell in einem enormen Transformationsprozess. Hier ist Unterstützung aus der Politik gefragt, neben der Ausgestaltung des rechtlichen Umfelds braucht es v.a. die Förderung von F&E sowie von Investitionen in die vorgestellten Zukunftstechnologien“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie mit Blick auf die Pläne der Regierung zur Ausgestaltung der Aufbauprogramme.

Karl Kienzl als hochrangiger Vertreter aus dem Klimaministeriums wies in diesem Zusammenhang auf die Schwerpunkte für Klimaschutzmaßnahmen im Entwurf für den österreichischen Recovery-Plan hin und wertete die Anstrengungen der Branche in Richtung Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung als positiv.

Herausforderungen: erneuerbarer Strom und Verfügbarkeit der Technologien

Klar ist, auf dem Weg zur CO2-Neutralität gilt es noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern, wie auch eine Umfrage unter den 127 Teilnehmern der Veranstaltung zeigte. Vor allem der vermehrte Bedarf an erneuerbarem Strom sowie die rechtzeitige Verfügbarkeit der notwendigen Breakthrough Technologien werden als die größten Hürden gesehen, die es zu überwinden gibt. Das betrifft das chemische Recycling, bei dem Kunststoffe, die nicht sortenrein gesammelt werden können, wieder in ihre Ausgangsstoffe zerlegt werden. Aber auch die CCU-Technologie (Carbon Capture Utilization), die eine wichtige Möglichkeit für die chemischen Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität darstellt, benötigt noch viel Forschungsbedarf. Hierbei wird Kohlendioxid aus Abgasen wieder eingefangen und in weiteren chemischen Prozessen eingesetzt. Der Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff spielt bei diesen Prozessen eine wesentliche Rolle. „Die chemische Industrie ist bereit, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Es wird aber einen gemeinsamen Kraftakt von allen Akteuren – Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft – brauchen, damit die EU als Vorbild andere Regionen zum Mitmachen bewegen und das Problem des Klimawandels global gelöst werden kann“, fasst Hofinger die wichtigsten Aussagen der Veranstaltung zusammen.

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