VIER PFOTEN präsentiert visionäres neues Kennzeichnungsmodell

Es ist höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel: Nicht die Tiere sollen an unsere Produktionssysteme angepasst werden, sondern wir müssen unsere Produktionssysteme an die Bedürfnisse der Tiere anpassen

Eva Rosenberg, Direktorin VIER PFOTEN

Wien (OTS) Was wäre, wenn… wir Konsumentinnen und Konsumenten genau wüssten, für welche Lebensmittel Tiere leiden mussten und für welche nicht? Oder noch besser: Wenn wir auf einen Blick sähen, ob die Tiere ein Leben führen konnten, wie es ihren wirklichen Bedürfnissen entspricht? Genau das ist jetzt möglich: Ein revolutionäres neues Modell, das VIER PFOTEN erarbeitet hat, orientiert sich einzig und allein an dem, was Tiere brauchen. Fünf Stufen (0-4) geben dabei ganz konkret Auskunft über das Tierwohl.

VIER PFOTEN möchte mit seinem einfachen Modell, das von ExpertInnen aus Veterinärmedizin und Agrarwirtschaft entwickelt wurde, nicht nur einen völlig neuen Diskurs anstoßen. Die Tierschutzorganisation will bei allen MarktteilnehmerInnen, von ProduzentInnen über den Handel bis hin zu den EndverbraucherInnen, neben Transparenz auch vor allem Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere schaffen und eine Orientierungshilfe für eine Kennzeichnung der Zukunft bieten. Denn die Kennzeichnung der Herkunft alleine reicht aus Tierschutzsicht noch lange nicht.

„Unsere Vision ist: In Zukunft soll bei der Produktion tierischer Lebensmittel das Lebewesen selbst im Mittelpunkt stehen – und nicht der Profit. Für 86 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind laut einer aktuellen Umfrage[1] Herkunft und Haltungsbedingungen von tierischen Produkten wichtig. Dennoch erfahren sie beim Einkauf oder Konsum nur sehr selten, wie es den Tieren gegangen ist. Maßgeblich für die Produktion und die Kennzeichnung sind derzeit in den meisten Fällen die gesetzlichen Standards. Diese berücksichtigen allerdings alle möglichen Interessen, nur nicht jene der Tiere. Es ist höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel: Nicht die Tiere sollen an unsere Produktionssysteme angepasst werden, sondern wir müssen unsere Produktionssysteme an die Bedürfnisse der Tiere anpassen“, sagt VIER PFOTEN Direktorin Eva Rosenberg.

Als Tierschutzorganisation sieht sich VIER PFOTEN in der Pflicht, alte Denkmuster in Frage zu stellen und aufzubrechen, erklärt Rosenberg: „Wir brauchen einen Systemwandel, sowohl in der Landwirtschaft als auch im Konsum. Dazu müssen wir aber auch den Mut haben, Dinge neu und revolutionär zu denken. Dabei steht nicht nur Tierwohl im Vordergrund, denn 75 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten haben ihren Ursprung in Tieren, sind also zoonotisch. Intensive Massentierhaltung fördert nicht nur Pandemien, unter denen wir Menschen leiden, sondern zerstört auch die Umwelt. Solange Tiere leiden, leiden auch wir Menschen – so einfach ist das.“

VIER PFOTEN sieht Politik und Wirtschaft nun am Zug: „Der Wunsch nach mehr Tierwohl ist von Seiten der Konsumentinnen und Konsumenten mehr als deutlich. Mit diesem Modell geben wir eine Orientierung, liefern aber auch eine klare Richtung, wohin es gehen muss. Wir wollen eine intensive und breite Diskussion mit allen und hoffen auf Offenheit, auf welche Weise unser Modell im Rahmen der bestehenden Strukturen implementiert werden kann. Denn letztlich führt kein Weg daran vorbei: Die Lebensmittel-Kennzeichnung der Zukunft muss sich am Tier orientieren“, fasst es VIER PFOTEN Direktorin Rosenberg zusammen.

Die Kennzeichnungsstufen des VIER PFOTEN Modells im Überblick:

Stufe 0 kennzeichnet Produkte, bei denen die Haltung dahinter systematische Schmerzen, Leiden und Schäden oder starke Einschränkungen der Grundbedürfnisse für die Tiere bedeutet. Das betrifft alle Produkte, die nicht einmal Stufe 1 erfüllen.

Stufe 1 stellt den Ausschluss der grausamsten Praktiken und Haltungssysteme sicher. Darunter fallen zum Beispiel Eingriffe wie die betäubungslose Ferkelkastration, das Kürzen von Schwänzen, Flügeln oder Schnäbeln, sowie Haltungssysteme wie Vollspaltenböden oder die Anbindehaltung.

Stufe 2 stellt sicher, dass zusätzlich auch die wichtigsten Grundbedürfnisse der Tiere gedeckt sind. Darunter fallen zum Beispiel eine tiergerechte Ernährung, Gruppenhaltung, ausreichend Einstreu oder ein Auslauf.

Stufe 3 stellt sicher, dass zusätzlich auch auf das natürliche Verhalten und die Freiheiten der Tiere Rücksicht genommen wird. Die Stufe stellt zum Beispiel einen positiven emotionalen bzw. psychischen Zustand der Tiere sicher.

Stufe 4 stellt sicher, dass zusätzlich gezielt Rücksicht auf die Lebensqualität der Tiere genommen wird. Das beinhaltet zum Beispiel wechselnde Herausforderungen und Beschäftigung für die Tiere, die Haltung in natürlichen Sozialgefügen (Familiengruppen) und die damit einhergehende Förderung und Forderung der sozialen Intelligenz. Diese Stufe kennzeichnet den bestmöglichen physischen und mentalen Zustand des Tieres.


[1] https://bit.ly/3hO8Lwj

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