Wien (OTS) Die Österreichische Forschungsgemeinschaft trauert um Walter Berka, der am 15. Juli d. J. gestorben ist. Sein Tod kam für uns alle unerwartet, obwohl wir uns seit der letzten Beiratssitzung am 28. Januar, an der er online teilgenommen hatte, Sorgen machen mussten, da danach der Kontakt zu ihm ungewohnt abriss. Jetzt sind wir bestürzt, weil wir in Walter Berka einen Kollegen und Freund verlieren, den wir nicht nur geschätzt, sondern alle sehr gemocht haben. Dankbar erinnern wir uns an die Begegnungen mit ihm, die immer erfreulich verliefen, hatte er doch die Gabe, in den Gesprächen, die wir mit ihm führten, ein Klima sowohl der Sachlichkeit als auch der Verbindlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung zu verbreiten. Mit ihm konnte man Freund bleiben, selbst wenn man in der Meinung auseinanderging oder andere Interessen verfolgte. Dazu kam seine hohe fachliche sowie hochschulpolitische Kompetenz, die er im Wissenschaftlichen Beirat seit 1999 – vier Jahre lang, von 2004 bis 2007, auch als dessen Vorsitzender – einbrachte.

Von Hause aus Rechtswissenschaftler, seit 1994 Professor für Allgemeine Staatslehre, Verwaltungslehre, Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht an der Universität Salzburg, Autor anerkannter Standardwerke, stellte Walter Berka uns naturgemäß diese fachliche Expertise, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem durch die wirkliche Mitgliedschaft an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, besonders zur Verfügung. Das hinderte ihn jedoch nicht, interdisziplinär zu denken und inhaltliche Anregungen zu geben, von denen alle vertretenen Disziplinen profitieren konnten. Etliche der alljährlichen ÖFG-Veranstaltungen bis hin zum Wissenschaftstag trugen seine Handschrift, waren wesentlich von ihm inspiriert und angestoßen. Gleiches gilt für einige Arbeitsgemeinschaften, die er initiierte, jedenfalls engagiert und kritisch begleitete.

Dazu kam Walter Berkas ausgeprägte hochschulpolitische Kompetenz, die nicht nur von der ÖFG, sondern auch vom Österreichischen Wissenschaftsrat, vom Österreichischen Universitätenkuratorium, von der Österreichischen Juristenkommission sowie von diversen Bundesministerien dringend in Anspruch genommen wurde. Diese stellte er bereits zwischen 1998 und 2003 unter Beweis, als er – allseits anerkannt – Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Salzburg war. In der Folge brachte er sie in den zahlreichen Gremien und Kommissionen, in die er gerufen und gebeten wurde, ein – ganz besonders in unserem Wissenschaftlichen Beirat. Wiederum sind viele der hochschulpolitischen Stellungnahmen, welche die ÖFG im Lauf der Jahre abgab, durch seine Beiträge und Empfehlungen geprägt. Die hohe Reputation, die er auch in dieser Hinsicht allseits genoss, blieb ihm über seine Emeritierung 2016 hinaus erhalten.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hatten wir im Wissenschaftlichen Beirat darauf gesetzt, dass Walter Berka diesem noch mehrere Perioden angehören würde. Auch daran lässt sich ermessen, wie tief wir den Verlust empfinden, der durch seinen Tod eingetreten ist. Umso dankbarer sind wir für alles, was wir an ihm und durch ihn über so viele Jahre gehabt haben. Die Österreichische Forschungsgemeinschaft wird ihm ein ehrendes Gedächtnis bewahren.

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