Grüne: Applaus ist nicht genug – bessere Arbeitsbedingungen für gesellschaftstragende Berufe

Wien (OTS) Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als oberste Priorität und eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den gesellschaftstragenden Berufen fordern Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, und Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, anlässlich des heutigen Tags der Arbeitslosen: „So erfreulich auch der Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist – die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Armut muss im Aufschwung oberste Priorität haben.“ Abseits davon braucht es auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Verteilung der Arbeit. Davon profitieren würden vor allem Frauen.

Die heute vom Arbeitsminister konkretisierten Maßnahmen im Rahmen der Aktion ‚Sprungbrett‘, die bis Ende nächsten Jahres 50.000 Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit wieder in Beschäftigung bringen soll, wird von Koza begrüßt: „Das geschnürte breite Paket – Beschäftigungs- und Unterstützungsmaßnahmen für Menschen, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben – entspricht über weite Strecken unseren Erwartungen: Beratung, Betreuung, Hilfe und ein Ausbau von Eingliederungsbeihilfen, die dabei privaten wie auch öffentlichen und gemeinnützigen Unternehmen zugutekommen, sind ein guter Mix.“ Das ambitionierte Ziel sei tatsächlich nur durch ein Zusammenspiel aller Sektoren – Privatwirtschaft, öffentlicher und gemeinnütziger Sektor zu erreichen. „Menschen wieder Perspektiven auf Jobs, Einkommen und eine Zukunft zu geben, braucht dieses Zusammenspiel sowie eine breite Mobilisierung“, meint Koza.

„Corona hat bestehende ökonomische und soziale Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern verstärkt, die Pandemie hat Rollenklischees wieder erstarken lassen“, unterstreicht Disoski. Vor allem Frauen sind in den gesellschaftstragenden Berufen mit schlechten Arbeitsbedingungen und einer unterdurchschnittlichen Bezahlung konfrontiert. „Applaus zahlt keine Miete. Gewerkschaften, Unternehmen, Gemeinden, Länder und Bund sind gemeinsam in der Pflicht, Verbesserungen zu schaffen“, betont Disoski. Es ist kein Naturgesetz, dass Berufe mit höheren Männeranteilen von vornherein besser bezahlt sind und Frauen die Mehrfachbelastungen allein schultern müssen. Ökonom*innen schlagen hierbei vor allem drei zentrale Maßnahmen vor. „Erstens die Aufwertung von Berufen mit hohem Frauenanteil, zweitens ein Kinderkarenzmodell mit gleichen Zeiten für Mütter und Väter, sowie drittens eine gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit“, erläutert Disoski und ergänzt: „Diese Maßnahmen werden notwendig sein.“

„Wir müssen auch weiterhin alles tun, um zu verhindern, dass aus der Gesundheitskrise eine tiefgreifende und anhaltende soziale Krise wird. Jeder Euro, der in Armutsbekämpfung, Klimaschutz, Bildung und soziale Dienste investiert wird, ist ein Euro, der Perspektiven, nachhaltige Beschäftigung und sozialen Ausgleich schafft“, sagen Disoski und Koza unisono.

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