Pseudo-Ausschreibung, die Großprojekte bevorzugt, stoppen!

Wien (OTS) Der Donaukanal im Zentrum Wiens hat sich in den letzten Jahren als beliebter Kulturraum für breite Bevölkerungsschichten entwickelt und gut etabliert. Als zentraler Naherholungsraum Wiens unterliegt seine Gestaltung bzw. Nutzung dem 2010 erarbeiteten Masterplan Donaukanal, der die Bedeutung des Erhalts von nichtkommerziellen Nutzungsmöglichkeiten und der vorhandenen Grünflächen hervorhebt. Dies zeigt, dass der Donaukanal ein Stadtgebiet von höchstem stadtplanerischem Interesse ist. 

Nun droht jedoch der Ausverkauf des öffentlichen Raums am Donaukanal. Unter Umgehung des Bundesvergabegesetzes und ohne Einbeziehung der Magistratsabteilung für Stadtplanung werden aktuell Interessenten für sechs Gastroflächen gesucht. Dabei bleiben sowohl die Ergebnisse des Masterplans für den Donaukanal als auch die Mitsprachemöglichkeit für die Bezirke und die BürgerInnen auf der Strecke.

Die Kriterien für einen Zuschlag sind klar formuliert: Maximale Investitionssummen führen bei der Interessentensuche zum Erfolg. Somit wird es sich bei den GewinnerInnen der Suche um Investoren handeln, die Großprojekte planen. Zudem ist klar, dass es sich bei möglichst hohen Investitionen nicht mehr um temporäre Bauten, sondern um größere, dauerhafte Architekturen handelt. Der Charakter des Erholungsraumes Donaukanal wird sich mit solchen baulichen Großinvestitionen massiv verändern. Die vorhandenen, sich ständig verändernden, eher temporären Strukturen wirken inkludierend, lassen Neues immer wieder zu und machen damit den Donaukanal zu dem, was er ist und sein sollte: ein Donaukanal für alle!

Darüber hinaus wird auch die laut Masterplan als konsumfreie Zone deklarierte Fläche, auf der derzeit schon das Feuerdorf steht, für eine ganzjährige Nutzung ausgeschrieben, womit noch mehr öffentlicher Raum verloren geht.

Wir von der BürgerInneninitiative Donaukanal sehen in diesem Vorgehen der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz DHK einen Angriff auf die Interessen der Wienerinnen und Wiener und fordern daher:

  • Sofortige Einstellung der sogenannten Interessentensuche
  • Aktive stadtplanerische Gestaltung des Donaukanals unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.
  • Einhaltung des Masterplans Donaukanal und der Donaukanalpartitur, welche  klar Flächen ohne Konsumationszwang sowie Ermöglichungsräume festlegen.
  • Initiierung eines BürgerInnendialogs, Einbindung der Bezirke und der befassten Magistratsabteilungen zur Erhaltung eines lebenswerten, attraktiven Donaukanals für alle.

In diesem Sinne rufen wir all jene, denen ebenso an diesen Punkten gelegen ist, auf, sich in die BürgerInneninitiative Donaukanal einzubringen! 

Info: donaucanale.wordpress.com, facebook.com/donaucanale

Rückfragen & Kontakt:

Marlene Tessa Reisinger
donaucanale@gmx.net
+43 664 4974046



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