Wien/Juba (OTS) Drei Jahre nach Ausbruch des Konflikts im Südsudan am 15. Dezember steht der jüngste Staat der Erde am Rande einer Hungersnot, warnt die Hilfsorganisation CARE. Mehr als fünf Millionen Menschen sind davon betroffen. Über sechs Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung – sind von humanitärer Hilfe abhängig. Im Juli dieses Jahres breitete sich der Konflikt über das gesamte Land aus.

“Im Süden des Landes beobachten wir massive Anzeichen von Mangelernährung”, berichtet CARE-Länderdirektor Fred McCray. “Saatgut und landwirtschaftliche Geräte wurden durch die anhaltenden Kämpfe zerstört oder geplündert. Viele Farmer trauen sich nicht mehr, ihre Felder zu bestellen und die Ernte zu verkaufen. Einst produktive Felder liegen brach, Häuser sind niedergebrannt.”

Die anhaltende Gewalt, die im Juli wiederaufgeflammt ist, drängt viele zu Verzweiflungstaten: “Wir haben kürzlich sechs Familienmitglieder in meiner Nachbarschaft verloren, nachdem sie unreife Maniok-Wurzeln und Blätter gegessen haben”, berichtet ein Spitalsmitarbeiter an CARE. Die Mangelernährung ist für stillende Mütter und Neugeborene besonders gefährlich, denn sie führt in den ersten Lebensjahren zu physischer, kognitiver und mentaler Unterentwicklung.

Die hohe Inflationsrate und steigende Nahrungsmittelpreise verstärken den Konflikt, allein im letzten Jahr stieg der Getreidepreis um über 500 Prozent. Nach dem Gewaltausbruch im Juli begann CARE Nahrungsmittel und andere Hilfsmittel wie Plastikplanen, Benzinkanister, Küchenzubehör, Decken, Kleidung sowie Seife im Bundesstaat Ost-Äquatoria zu verteilen. Weiters unterstützt CARE ländliche Gemeinden mit Saatgut, Geräten und Ausbildung und half beim Aufbau von Kleinspargruppen. Seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2013 unterstütze CARE 300.000 Menschen in vier Bundesstaaten. Hauptaugenmerk lag dabei auf der Gesundheitsversorgung, der Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und Erhaltung der Existenzgrundlage.

CARE ruft alle Konfliktparteien dazu auf, zivile Ziele zu schützen und sich an die Vereinbarungen des Friedensvertrages von August letzten Jahres zu halten.

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