Europäische Einlagensicherung: Ein regulatorischer Raubüberfall auf Banken?

Kontroversielle Debatte bei internationaler Tagung in Meran/Südtirol

Meran (OTS) Soll der Spareinlagenschutz in der Eurozone durch eine einheitliche europäische Einlagensicherung erfolgen, wie dies die EU-Kommission plant? Diese Frage wird derzeit nicht nur im EU-Parlament heftig diskutiert, auch eine internationale Tagung in Südtirol zeigte, dass man sich noch lange nicht einig ist.

Zu der Veranstaltung am Freitag in Meran hatte das Internationale Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum geladen. Die EU-Kommission möchte die nationalen Systeme der Einlagensicherung – sie schützen Einlagen bis 100.000 Euro – bis 2024 schrittweise auf europäische Ebene heben. Diese dritte Säule der Bankenunion trage durch die Größe des gemeinsamen Sicherungsfonds zur Krisenfestigkeit bei, warb Kommissionsvertreter Andreas Schneider für das Vorhaben.

Dem hielt Prof. Theresia Theurl von der Uni Münster die Gefahren einer solchen „Transferunion“ entgegen. Demnach seien die Voraussetzungen für die Vergemeinschaftung derzeit nicht gegeben, es würden falsche Anreize geschaffen. Skepsis herrschte auch bei den Bankenvertretern auf dem Podium. Sie traten für mehr Subsidiarität unter Berücksichtigung regionaler Genossenschaftsbanken mit ihrem risikoarmen Geschäftsmodell ein.

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