Der Manager kritisiert auch den Fokus der Politik auf diesen Winter. Der grüne Spitzenkandidat Tirols, Gebi Mair, sagt, es brauche Zeit, das ungerechte System neu aufzustellen

Wien (OTS) Wolfgang Anzengruber, früher Vorstandsvorsitzender der Verbund AG und Vertreter von CEOs for Future, geht davon aus, dass die Merit-Order mit dem Treffen der EU-Energieminister:innen an diesem Freitag beendet wird. Eine entsprechende Frage beantwortet er in der PULS 4/PULS 24-TV-Diskussion „Pro und Contra“ am Dienstagabend mit “Ja.” Anzengruber: “Dieser Preisbildungsmechanismus ist irr. Das müssen wir ändern.” Die Wirkung der Merit-Order, “dass die letzte Technologie den Preis aller anderen Technologien bestimmt”, sei nicht zielführend.

Anzengruber geht auch nicht davon aus, dass die Pläne der Regierung, Strom zu sparen, aufgehen: “Wir werden mehr Strom brauchen als heute.” Allerdings: “Wir werden in Summe weniger Energie brauchen, weil Strom natürlich viele fossile Energieträger substituieren und ersetzen wird. Denken wir nur an Wärmepumpen, die kommen, an Elektromobilität, das sind alles Themen.” Den Stromverbrauch zu halbieren, ginge nur “mit einer massiven Rezession. Und die wollen wir nicht.”

Auch der Gaspreis könne “noch lange weitersteigen”. Anzengruber kritisiert den ausschließlichen Fokus auf die nahe Zukunft: “Ich frage mich, was tun wir im nächsten Winter? Da geht die Sache wieder von vorne los.” Auch da würden die Speicher leer sein: “Diesen Winter werden wir schon irgendwie überstehen, doch die Frage ist: Wie geht es weiter?” Er wolle nicht ausschließen, “dass wir weitere Kapriolen sehen, die das Gas in Richtung 300 bis 400 Euro pro Megawattstunde” treiben.

Gebi Mair, Klubobmann und Spitzenkandidat der Grünen in Tirol, will dennoch optimistisch bleiben: “Wir müssen jetzt mal irgendwie durch diesen Winter kommen, bis wir Zeit haben, dieses System gut und neu aufzustellen.” Dafür brauche es Solidarität “und nicht alles wird wahrscheinlich gerecht sein”.

Der Direktorin des Momentum Institutes, Barbara Blaha, geht es auch um Verantwortung: “Wir müssen auch mal ehrlich sein: Ob wir wollen oder nicht; wirtschaftlich gesehen sind wir Kriegspartei.” Wenn Sanktionen und Waffenlieferungen akzeptiert würden, müsse man auch “mit den Verwerfungen, die das produziert, umgehen”. Blaha weiter: “Und da sehe ich nicht ein, dass die Kosten für diesen Krieg ausschließlich die normalen Leute tragen, während Konzerne Mördergewinne einfahren.” Denn da stelle sich “die Solidaritätsfrage und auch, was hält eine Demokratie aus?”

„Pro und Contra“ heute wieder um 20:10 Uhr auf PULS 24, auf www.puls4.at und www.puls24.at sowie auf der ZAPPN App

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