Unternehmen in Reinigung, Pflege, Handel als Chancengeber*innen für Frauen

Wien (OTS) FairPlusService – finanziert vom Europäischen Sozialfonds und Bundesministerium für Arbeit – berät Unternehmen in den Branchen wie Reinigung, Einzelhandel, Produktion, Gesundheitswesen und Tourismus zum Thema Gleichstellung und unterstützt Frauen bei der Absicherung ihrer Erwerbsfähigkeit. Die durch das Projekt verbesserte bzw. aufgebaute Employability verbessert Arbeitsmarkt- und Karrierechancen jeder Einzelnen.

Arbeitslosigkeit trifft niedrig Qualifizierte

Die Arbeitsmarktdaten zeigen es deutlich: Während die Arbeitslosenquoten von Menschen mit einem Studienabschluss, Matura oder einer Lehre im Vergleich nur relativ leicht gestiegen sind, ist die Arbeitslosenquote von Menschen, die nur die Pflichtschule besucht haben, massiv angestiegen. Im Jahresdurchschnitt 2020 liegt diese Quote laut AMS bei 28,3 Prozent. Etwa 44% der Arbeitslosen, Frauen wie Männer, haben maximal Pflichtschulbildung. Die Krise auf dem Arbeitsmarkt erschwert dieser Gruppe den Zugang zu Arbeit zusätzlich. Deswegen braucht es während und nach der Akut-Phase der Krise Programme wie FairPlusService, das den Grundstein für die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von formal niedrig qualifizierten Frauen legt.

Unternehmen erkennen Verantwortung

„Investitionen in die Qualifizierung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiterinnen sind enorm wichtig. Unternehmen müssen aus meiner Sicht eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Es kommt uns allen zugute“, sagt Michael Chachlikowski, Hausleiter im SeneCura Sozialzentrum Trofaiach. Im Pflegeheim arbeitet man derzeit mit Unterstützung von FairPlusService an einer professionalisierten und standardisierten Potenzialerkennung und -entwicklung. So können aus Reinigungskräften Pflegeassistentinnen werden. In Coachings und Workshops erfahren die Mitarbeiterinnen, welche Möglichkeiten es gibt und lernen selbst, ihre Potenziale zu erkennen. Auch die Führungskräfte, die ja meist operativ mit den Mitarbeiterinnen zusammenarbeiten, nicht aber in Richtung Personalentwicklung geschult sind, werden nun dahingehend sensibilisiert. „Sie fungieren als wichtigste Schnittstelle und geben mir die Rückmeldung, bei wem die Bereitschaft und die Voraussetzungen für eine Höherqualifizierung vorhanden sind“, so Chachlikowsi.

Qualifizierung stärkt Frauen und Unternehmen

Die Angst, durch die verbesserte Employability Mitarbeiter*innen zu verlieren, sei unberechtigt, sagt Unternehmensberaterin Claudia Glawischnig, vielmehr können sowohl der Aufwand bei der Personalsuche verringert, also auch Fluktuation entgegengewirkt werden. „Zufriedenere und adäquat eingesetzte sowie qualifizierte Mitarbeiter*innen bleiben erfahrungsgemäß länger dem Unternehmen treu. Natürlich ist dabei auch die finanzielle Herausforderung immer ein Thema, aber, ein*e Mitarbeiter*in, die kündigt verursacht erfahrungsgemäß mehr Kosten, als dies eine Qualifizierungsmaßnahme tut. Die Beratung im SeneCura Sozialzentrum Trofaiach ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Unternehmen ‚inhouse‘ dem Fachkräftemangel entgegenwirken können“, freut sich Claudia Glawischnig.

Gleichstellung im Employability Management

FairPlusService unterstützt Unternehmen dabei, ihre Mitarbeiterinnen zu empowern. ergänzt FairPlusService-Projektleiterin Bettina Behr. „Employability ist für Arbeitgeber*innen gewinnbringend. Wer den eigenen Mitarbeiter*innen regelmäßige Weiterbildung ermöglicht, erhöht die Professionalisierung und Weiterentwicklung und in zahlreichen Fällen gelingt auch Integration. Unternehmen mit durchdachtem gleichstellungsorientierten Employability Management profitieren von qualifizierten und motivierten Mitarbeiter*innen und tragen zusätzlich zu Verbesserungen bei der Gleichstellung von Frauen und Männern bei.“

Rückfragen & Kontakt:

FairPlusService
Dr.in Bettina Behr
Projektleitung
+43/664/601773224
bettina.behr@oesb.at

Andrea Burchhart
Öffentlichkeitsarbeit
+43/699/166 70-397
andrea.burchhart@abz-austria.at
www.fairplusservice.at



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