Die Einführung des 12-Stunden-Tags lässt die Wogen hochgehen, auch wenn Österreich dadurch nicht zu den flexibelsten Ländern in Sachen Arbeitszeit gehört.

Wien (OTS) Die geplante Erhöhung der täglichen Höchstarbeitszeit sorgt für Aufregung. Die Regierung will u.a. die Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche anheben. In der aktuellen Diskussion stehen vor allem diese Ausweitungen im Vordergrund. In einer aktuellen Analyse zeigt die Agenda Austria auf, was sich durch den Vorschlag der Regierungsparteien ändern soll, was gleichbleibt und was noch zu klärende Punkte sind. Darüber hinaus wird die Arbeitszeit in Österreich mit anderen Ländern verglichen.

Folgende Abbildung vergleicht die österreichische Situation mit einigen Vergleichsländern bzw. dem europäischen Durchschnitt.

Bei der wöchentlichen Arbeitszeit liegt Österreich im Spitzenfeld 

Durch die Ausweitung der maximalen täglichen Arbeitszeit schließt Österreich zu vergleichbaren Ländern wie Dänemark, Schweden oder den Niederladen auf, Deutschland wird überholt. Bei der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit liegt Österreich im EU-Spitzenfeld: Vollzeitbeschäftigte arbeiten 41,3 Stunden pro Woche, der EU-Durchschnitt beträgt 40,2 Stunden.

Österreicher arbeiten um 10 Prozent weniger als im Jahr 2000

Die insgesamt gearbeiteten jährlichen Stunden in Österreich stagnieren seit vielen Jahren, die Anzahl der Beschäftigten hingegen steigt. Ein österreichischer Erwerbstätiger arbeitete 2017 im Schnitt um zehn Prozent kürzer als noch im Jahr 2000, auch aufgrund des Teilzeittrends. Unter den verglichenen Staaten gingen die geleisteten Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen in Österreich somit am stärksten zurück. Ein Rückgang zeigt sich abgeschwächt auch im Schnitt über alle OECD-Länder. Dort sind die jährlichen Stunden pro Erwerbstätigen um 4,5 Prozent zurückgegangen.

In Österreich dauert ein Erwerbsleben durchschnittlich 37,1 Jahre 

37,1 Jahre dauert das durchschnittliche Erwerbsleben eines Österreichers zeigt der Arbeitsleben-Indikator von Eurostat, das ist länger als im EU-Durchschnitt. Noch länger im Erwerbsleben stehen allerdings die Beschäftigten in der Schweiz, in Dänemark, in Schweden, den Niederlanden und in Deutschland.

„Flexiblere Arbeitszeiten stärken den Wirtschaftsstandort“ 

„Um den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken, sind flexiblere Arbeitszeiten eine gute Möglichkeit. Auftragsspitzen sind so abzufangen und Projekte können zeitnah abgeschlossen werden“, sagt Agenda Austria-Ökonom Wolfgang Nagl.

Nagl begrüßt zudem, dass die Regierungsparteien den aktuell vorliegenden Initiativantrag noch klarer ausformulieren wollen, sodass die Ablehnung der elften und zwölften Arbeitsstunde ohne Angabe von Gründen erfolgen kann: „Das schützt die persönlichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer und schafft rechtliche Klarheit für alle Beteiligten.“

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Christoph Beranek, MSc, christoph.beranek@agenda-austria.at, 0664/88789724, www.agenda-austria.at

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