Konsequent: Strafanzeige gegen zwei Zeugen wurde nicht weiter verfolgt

Graz (OTS) Am 3.11. entscheidet das OLG Graz in einer Berufungsverhandlung über das Strafausmaß gegen Dr. L (er ist Bruder eines bekannten ÖVP-Politikers und war lange ÖSV-Teamarzt), einen Arzt, gegen den erschreckende Anschuldigungen von Seiten seiner Kinder erhoben wurden: körperliche Folter bereits im Kleinkindalter, Psychoterror, Induzierung von Medikamentenabhängigkeit. Trotzdem fand die Justiz auch im zweiten Prozessdurchgang keinen Anlass für eine umfassende Verurteilung. Staatsanwalt Kroschl als Ankläger hat entgegen aller Ankündigung kein Rechtsmittel gegen das milde Urteil eingelegt. In seinem Rechtsmittel bekämpfte er nicht die Freisprüche, sondern es ging nur mehr um eine höhere Strafe, da jene in einem ersten Prozess verhängte absurd niedrig ausgefallen war: 1920 EUR Strafe sowie 4 Monate bedingte Haft. Auch die befremdliche Begründung des Richters Oliver Graf war für Kroschl plötzlich kein Grund mehr, ein Rechtsmittel einzulegen. Obwohl diese Begründungen sehr seltsamer ausfallen. Hier einige Beispiele:

1. Die Selbstverletzungen des Arztes (er rammte sich u.a. einen Schraubenzieher in die Bauchdecke und hielt seine Kinder an, diesen herauszuziehen) sah der Richter als erwiesen an, trotzdem wollte er keinen Quälvorsatz darin erkennen.

2. Den Vorwurf der medizinisch nicht indizierten Verabreichung von Beruhigungsmitteln und Morphium an einer Tochter (vom Angeklagten teilweise zugegeben!), die letztlich zu einer jahrelangen schweren Abhängigkeit zweier Töchter führte, befand der Richter für unglaubwürdig. Denn damit wäre der Beschuldigte Gefahr gelaufen, seine Arztlizenz zu verlieren. Ein solches selbstschädigendes Verhalten sei nicht plausibel, wie Richter Graf argumentierte. Für diesen – vom Strafausmaß massiven – Anklagepunkt erfolgte auch ein Freispruch.

3. Selbst dass Dr. L seine Kinder (Alter der Kinder: 2, 6, 13) zum Biertrinken animierte, sodass sie schließlich vor Trunkenheit vom Sessel fielen, verharmloste der Richter. Video: https://vimeo.com/341216453

Belastungszeugin verurteilt – Entlastungszeugen nicht verfolgt

Gutachterin Adelheid Kastner meinte, Dr. L. sei nur innerhalb seiner Familie „auffällig“, obwohl auch eine ehemalige Ordinationsmitarbeiterin ihn massiv belastete. Drei Zeugen, die Dr. L. gegenüber der der Polizei massiv belastet hatten, wirkten vor Gericht in diesem zweiten Verfahren eingeschüchtert und relativierten ihre ursprüngliche Aussagen, obwohl diese in den polizeilichen Einvernahmeprotokollen und auch auf Tonband festgehalten worden waren. Eine Zeugin, die ursprünglich Dr. L. entlastet hatte, hatte später aus schlechtem Gewissen ihre Aussage richtig gestellt und damit den Arzt massiv belastet. Sie wurden wegen Falschaussage verurteilt. Hingegen wurde eine Strafanzeige gegen die ehemalige Ordinationsmitarbeiterin und gegen eine Haushälterin „wegen fehlendem Anfangsverdacht“ vom Staatsanwalt eingestellt.

„Wir erwarten auch von dieser Verhandlung nichts. Das ganze Verfahren hätte nie in der Steiermark durchgeführt werden dürfen. Auch hätte Staatsanwalt Kroschl längst abberufen werden müssen. Er hatte lange den Mord an Dr. L.´s Nachbarn als Suizid betrachtet (dieser ist mit der nicht-registrierten Waffe von Dr. L. ums Leben gekommen). Kroschl betrieb ein Verfahren gegen eine Belastungszeugin und er stellt eine Strafanzeige gegen zwei Zeugen ein, die entgegen aller früheren Aussagen, plötzlich Dr. L. entlastet haben“ so die Kinder des Arztes.

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