Wechselweide, 2-3 m² pro Schwein, tiefe Stroheinstreu und Naturboden – alles ohne Subventionen, kaum Investitionen und nur 10-20 % höhere Kosten bei Konsument:innen

Warum können wir nicht in ganz Österreich auf diese Haltungsform umsteigen? Dann wären wir hierzulande endlich wirklich der Feinkostladen Europas. Aber mit der miesesten Mastschweinehaltung der EU, gewinnen wir nicht nur keinen Blumentopf, damit wird die ganze Schweinebranche zum Paradebeispiel für Tierquälerei.

DDR. Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) Während heute noch der Neubau einer Vollspaltenboden-Schweinefabrik € 100.000 an Investitionszuschuss von den Steuerzahler:innen erhält, müssen die Hubmann-Brüder in Loipersdorf bei St. Pölten ohne jede Unterstützung auskommen, obwohl sie ebenfalls eine neue Schweinemast mit 350 Tieren in Betrieb genommen haben. Bei ihnen halten sich aber die Investitionen in Grenzen: es gibt nur Zelte und leicht verstellbare Zaunplatten, beides in wenigen Minuten errichtet. In den gesamten Schweinebereich wird regelmäßig tief Stroh eingestreut. Und darin laufen dann die Mastschweine herum. Je nach Zaunbau stehen 2-3 m² pro Tier zur Verfügung. Nach 4 Monaten wandert der Zaun samt Zelt für den neuen Mastdurchgang einige Meter weiter in ein neues Areal.

Die Vorteile sind offensichtlich: Sehr geringe Investition, variable Auslaufgröße, immer frische Luft, immer weiche und trockene Einstreu, viel Grünfutter extra (im Vollspaltenbodenbetrieb nicht möglich), statt flüssiger Gülle ein gebundener Kot, der kompostiert zu Humus wird und damit sogar CO2 aus der Atmosphäre zieht, und keine Bodenversiegelung. Den Tieren geht es unvergleichlich viel besser als in herkömmlicher Vollspaltenbodenhaltung. In 2 Jahren seit Bestehen des Betriebs gab es keine abgebissenen Ohren oder Schwänze, keine Krankheiten, keine geschwollenen Gelenke, keine blutigen Hufe und kein Husten, also keine Lungenentzündung. Die beiden Betriebsleiter können nicht verstehen, warum dieses Modell nicht sofort von zahlreichen Schweinebetrieben aufgegriffen wird. Der VGT auch nicht. Es handelt sich wohlweislich nicht um eine Bio- oder Freilandhaltung, sondern um konventionelle Fleischproduktion mit einem Mehraufwand gegenüber dem Vollspaltenboden von 10-20 %. Es ist kein teurer Hightech-Stall notwendig, keine aufwendige Lüftung, keine Güllekanäle, kein Antibiotikum, keine Heizung oder Kühlung, und es besteht keine Gefahr, dass die Lüftung ausfällt und die Schweine dadurch ersticken oder durch Brand zugrunde gehen, wie das zuletzt so häufig der Fall war.

VGT-Obmann Martin Balluch ist gestern von den Hubmann-Brüdern auf ihren Betrieb eingeladen worden: „Ich war, ehrlich gesagt, überrascht, mit was für simplen Anforderungen eine so gute Schweinehaltung möglich ist. Die Tiere waren total aktiv, wirkten sehr kräftig und hatten nur alte Nekrosen an den Ohren aus ihrer Zeit in der Vollspaltenboden-Zucht, aus der sie stammen, sonst keinerlei Verletzungen, nicht einmal Kratzspuren. Ich würde gerne Landwirtschaftsministerin Köstinger fragen, warum sie noch immer den Neubau von Vollspaltenfabriken finanziell fördert, aber solche innovativen und tierfreundlichen Projekte überhaupt nicht. Es gibt keine Ausrede, die Haltung der 350 Schweine nimmt nur 2.000 m² in Anspruch, das sind 40 x 50 m. Warum können wir nicht in ganz Österreich auf diese Haltungsform umsteigen? Dann wären wir hierzulande endlich wirklich der Feinkostladen Europas. Aber mit der miesesten Mastschweinehaltung der EU, gewinnen wir nicht nur keinen Blumentopf, damit wird die ganze Schweinebranche zum Paradebeispiel für Tierquälerei. Dank der großartigen Taktik unserer Landwirtschaftsministerin und der ÖVP-Regierung, die Diskussion über Tierwohl in der Schweinehaltung um jeden Preis zu vermeiden.”

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