ÖÄK-Vize Mayer: Einschränkungen sind unzumutbar – Politik lässt Entlastungskonzepte vermissen

Wien (OTS) Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) warnt vor dramatischen Verschlechterungen im Spitalsbereich, sollten die Art. 15a-Vereinbarungen samt Begleitgesetz kommende Woche tatsächlich den Nationalrat passieren. „Wir müssen mit einer Herabsetzung und Verknappung der Leistungsangebote rechnen und einer weiteren Verschlechterung der flächendeckenden medizinischen Versorgung“, zeigte Kurienobmann und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer am Dienstag in einer Aussendung auf.

Besonders dramatisch würden sich die willkürlich erhöhten Erreichbarkeitsfristen auswirken. Mayer: „Wenn die Zeitspanne, binnen derer beispielsweise eine chirurgische Abteilung erreichbar sein muss, von 30 auf 45 Minuten erhöht wird, dann kann man sich leicht ausrechnen, was das für die Patienten bedeutet und dass es dadurch auch zu Schließungen von Abteilungen und Spitälern kommen kann. Das ist eine Zumutung für Menschen, die kein Spital ums Eck haben, die in entlegeneren Regionen wohnen oder die aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine längere Fahrt unternehmen können.“ Die Politik sei Antworten auf diese und andere Kritikpunkte bislang schuldig geblieben, kritisierte der Spitalsärztevertreter. „Stattdessen unterstellt man uns Panikmache und versucht, der Bevölkerung weiszumachen, dass die geplanten Einsparungen Verbesserungen im Gesundheitssystem mit sich bringen werden“, so Mayer.

Er vermisse auch Konzepte zur Entlastung der überlaufenen Ambulanzen oder praktikable Organisationsformen, führte der Bundeskurienobmann weiter aus. „Ich sehe auch nirgends, dass ein gutes, zeitgemäßes Versorgungsangebot aufgebaut werden soll. Ich sehe nur, dass die Spitäler wieder alles abfangen müssen, was der niedergelassene Bereich aufgrund politischer Versäumnisse nicht mehr schafft. Für die Patienten führt das über kurz oder lang zu einer gefährlichen Verknappung des Angebotes. Dessen sollte sich die Politik endlich bewusst werden“, betonte Mayer.

Die im niedergelassenen Bereich geplanten Protestmaßnahmen würden seitens der Spitalsärzteschaft solidarisch unterstützt. Eigene Maßnahmen seien derzeit aber nicht geplant, sagte Mayer abschließend. (slv)

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