Heatset-Betriebe wollen für ihren Bereich KV-Verhandlungen aufnehmen

Wien (OTS) Im zähen Ringen um einen neuen Kollektivvertrag für die österreichischen Druckereien (deren KV im Juni 2017 untergegangen war) zeichnet sich für die so genannten Heatset-Rollenoffset-Betriebe eine Lösung ab: Diese Unternehmen, die mit rund 900 MitarbeiterInnen mehr als 10 Prozent der in der Branche Tätigen repräsentieren, können der Forderung der Gewerkschaft, über einen bundesweit geltenden KV für Heatset-Unternehmen zu verhandeln, nunmehr nachkommen. Möglich wird das durch eine (am letzten Samstag, 26.5.) getroffene Entscheidung des Fachverbands Drucks bzw. der Fachgruppen in den Landeskammern: Sobald ein von den Heatset-Betrieben mit der Gewerkschaft einstimmig ausgehandelter KV vorliegt, werden seitens des FV die erforderlichen rechtlichen Schritte eingeleitet, diesem bundesweite Verbindlichkeit zu verschaffen. Mit der Perspektive, einen ausgehandelten KV in der Folge mit bundesweiter Verbindlichkeit für alle derartigen Betriebe auszustatten – und nicht lediglich auf betrieblicher oder Bundesländer-Ebene zu vereinbaren – ist die zentrale Hürde der Gewerkschaft für die Aufnahme von Verhandlungen beseitigt. Die heimischen Heatset-Unternehmen sind mit der Gewerkschaft seit 2016 im Gespräch über einen modernen KV und betonen ihr „großes Interesse, einen KV abzuschließen, der einerseits den herrschenden Wettbewerbsbedingungen in Europa Rechnung trägt und andererseits den Beschäftigten wie auch den Unternehmen Rechtssicherheit bietet“. Seit Untergang des alten KV haben die Heatset-Unternehmen im Bestreben, eine übergeordnete Lösung mit der Gewerkschaft zu finden, bewusst auf jedwede Neugestaltung der Dienstnehmer-Rechte oder –Bezüge auf betrieblicher Ebene verzichtet.

„Wenn die betroffenen Heatset-Unternehmen einstimmig eine Lösung mit der Gewerkschaft finden, werden wir  als Vertragspartner agieren“, erklärt die Obfrau des Fachverbands Druck, Ingeborg Dockner.

Unter Heatset wird eine Form des Rollenoffset-Drucks verstanden, in der mit hohen Trocknungstemperaturen gearbeitet wird, was zu typischen, hochglänzenden Druckprodukten in den verschiedensten Formaten und Anwendungen führt. Die in Österreich nach diesem Verfahren arbeitenden Unternehmen beschäftigen rund 900 Personen.

Hintergrundinformation

Die Frage der Aufnahme von KV-Gesprächen durch den Fachverband Druck stellte sich, nachdem der geltende Drucker-KV untergegangen war: Der privatrechtliche Verband Druck und Medientechnik hatte das Verhandlungsmandat für den Branchen-Kollektivvertrag zurückgelegt. Nach jahrelangen Bemühungen hatte der Verband Druck und Medientechnik diesen ungewöhnlichen Schritt mit „den unlösbaren Schwierigkeiten“ begründet, „den völlig veralteten, äußerst umfangreichen, komplexen und unübersichtlichen Kollektivvertrag im Hinblick auf Rechtsvorschriften (LSD-BG) und Marktbedingungen endlich mit den Erfordernissen der Gegenwart kompatibel zu machen.“ Eine auf breiter Mitglieder-Basis erfolgte österreichweite Meinungsbildung, die die Fachgruppen in den Bundesländern durchgeführt hatten, führte am 1.12. 2017 im Fachverband Druck (Wirtschaftskammer Österreich) zu dem Beschluss: Die Arbeitgeber erteilen dem FV vorerst kein Mandat zur Aufnahme von formellen Kollektivvertrags-Verhandlungen für die Druck-Branche. Dieser Beschluss wurde Marktbedingungen bei der Fachverbands-Ausschusssitzung am 26. 5. 2018 bestätigt.

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