Die Schau in Krems begibt sich auf die Spuren der Realismusdebatte

Krems (OTS) Ein „Abenteuer Wirklichkeit“ präsentierte die am Samstag, 19. November 2016 eröffnete Herbstschau des Forum Frohner. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien ließen sich mit Kuratorin Elisabeth Voggeneder auf die künstlerische Debatte über den Zugang zum Realen ein.
Unter den Gästen waren neben Landesrätin Petra Bohuslav der Kaufmännische Geschäftsführer der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft Albrecht Großberger, Joachim Rössl (Präsident Adolf Frohner Privatstiftung), Erich Grabner (Präsident Freunde der Kunstmeile Krems), Johann Feilacher (Direktor Museum Gugging), Wolfgang Müller-Funk (Kulturwissenschaftler) und als Vertreter der Familie Frohner Stefan Frohner. Die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler Elisabeth Homar, Flora N. Galowitz, Alberto Barsuglia, Michael Wegerer und Johannes Deutsch waren ebenso gekommen wie die Künstlerkollegen Leo Zogmayer, Dominik Domaika, Ingrid Brandstetter und Kunsthistorikerin Elisabeth Horvath.
Aus dem Kremser Gemeinderat gesichtet wurden Vizebürgermeister Wolfgang Derler, Gemeinderätin Anna Weger, Gemeinderat Albin Fürlinger.
Auch Galerie-Stadtpark Galerist David Komarek, Architekt Fritz Göbl, Kunstprojektorganisator Gregor Kremser und Renate Hirtzberger (Freunde der Kunstmeile Krems) plauderten angeregt mit den anwesenden KünsterInnen.

Die Schau im Forum Frohner stellt eine zentrale kulturtheoretische Frage in den Mittelpunkt: Wie zeigt sich die Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Darstellung im Bild und wie verändert sich damit auch das Verhältnis von Kunstwerk, Wirklichkeit und Betrachter? Bereits in den 1960er-Jahren hatte der Kunstkritiker Pierre Restany das Ende der traditionellen Malerei und Bildhauerei erklärt und stattdessen vom „erregende[n] Abenteuer einer Wahrnehmung der Wirklichkeit an sich“ gesprochen. Damit wurde das reale Objekt an die Stelle der illusionistischen Darstellung gesetzt. Mit der Veränderung des täglichen Lebens durch virtuelle Realitäten – Stichwort:
Handymanie, Selfie und globale Netzwerke – erlangte die Fragstellung neue Aktualität. Die Wirklichkeit wurde zur dematerialisierten Konstruktion. Warum es die Welt nicht gibt erklärt dann auch der Philosoph Markus Gabriel in seinem 2013 erschienen Bestseller.

Ausgangspunkt der Betrachtungen ist das plastische Werk Adolf Frohners, für den die Begegnung mit der von Pierre Restany begründeten Gruppe der Nouveaux Réalistes im Paris der frühen 1960er-Jahre einen entscheidenden Einschnitt in seinem Schaffen bedeutete. Daraus eröffnet sich ein Dialog von unterschiedlichen Ansätzen, der vom Spiel mit der Augentäuschung über den Gebrauch von Fundstücken und der Umdeutung realer Alltagsmaterialien bis zur Genese virtueller Realitäten und der Inszenierung neuer Wirklichkeitsräume reicht. Zu sehen sind Exponate der KünstlerInnen Alfredo Barsuglia, Johannes Deutsch, Adolf Frohner, Elisabeth Homar, Flora N. Galowitz, Niki de Saint Phalle, Helmut Rainer, Werner Reiterer, Oswald Stimm, Günther Uecker, Wolf Vostell, Jacques Villeglé, Erwin Wurm, Michael Wegerer und Fabio Zolly.

In ihrer Eröffnungsrede gratulierte Landesrätin Petra Bohuslav zur facettenreichen Schau und hob die Bedeutung Niederösterreichs als „Kulturland“ hervor: „Offenheit und Toleranz sind Werte, die durch Kunst und Kultur vermittelt werden und durch die Förderung ziehen Kreativität und Innovation in ein Land ein.“ Als Wirtschaftslandesrätin freute sie sich über die 12.000 Arbeitsplätze im Kulturumfeld und erinnerte an die hohe Bedeutung für den Tourismus.

Auch Stiftungspräsident Joachim Rössl unterstrich die Aufgabe des Forum Frohner, eine Plattform zu bieten um Meinung schön, frei und laut „gerade in Zeiten wie diesen“ äußern zu können.

Ausstellungskuratorin Elisabeth Voggeneder erinnerte in ihrer Einführung, dass die Austellung Fragen stellen und zu Diskussionen anregen soll, durchaus auch unter den Anwesenden.

Ausgehend von dem Adolf Frohner Zitat „Die Realität ist das Künstlichste“ zitierte schließlich Kulturtheoretiker Wolfgang Müller-Funk in seiner Tour de Force durch die Kunst- und Philosophiegeschichte: „Der Hunger nach Realität kommt aus dem Bedürfnis uns unserer selbst sicher zu sein.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 9. April 2017 Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

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