ÖVP-Version mit Drucker-Festplatten erhält einen weiteren Dämpfer

Wien (OTS) Der höchst seltsame und in der Geschichte der 2. Republik bislang einzigartige Vorgang, Festplatten aus dem Kabinett des Bundeskanzlers unter falschem Namen bei einem Privatunternehmen schreddern zu lassen, holt die ÖVP wie ein Boomerang ein. In einem Bericht in der heutigen Ausgabe der „Kronen Zeitung“ wird auf Unterlagen verwiesen, wonach zumindest zwei der vernichteten Festplatten aus Laptops bzw. PCs stammen müssen. Bislang beharrte Kanzler Kurz darauf, dass es sich bei allen vernichteten Festplatten lediglich um Drucker-Festplatten gehandelt habe. FPÖ-Bundesparteiobmann NAbg. Norbert Hofer: „Die damals aufgetischte Geschichte verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit. Der Bundeskanzler soll eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass es wirklich nur Drucker-Festplatten waren, die hier vernichtet wurden.“

Mittlerweile sei klar, dass das Ibiza-Video bereits lange vor der Veröffentlichung unterschiedlichen Parteien beziehungsweise parteinahen Personen zum Kauf angeboten wurde. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass dieses Video, mit dessen Hilfe letztlich eine Regierung gesprengt wurde, bereits vor Veröffentlichung im Besitz der ÖVP gewesen sei – mutmaßlich auf jenen Festplatten, die in einer Nacht- und Nebel-Aktion nach der Abwahl der Regierung im Parlament schleunigst vernichtet wurden. Der Kanzler stellte das stets in Abrede mit dem flapsigen Spruch: „Was hätten wir denn damit machen sollen? Hätten wir es uns ausdrucken sollen?“

„Die neuen Erkenntnisse legen nahe, dass der Bundeskanzler damals womöglich nicht die Wahrheit gesagt hat. Wenn Sebastian Kurz in dieser Causa ein reines Gewissen hat, dann soll er dies mit einer eidesstattlichen Erklärung untermauern. Tut er das nicht, bleiben berechtigte Zweifel bestehen, wonach die ÖVP in der Ibiza-Causa womöglich selber eine zentrale Rolle spielt“, hält Norbert Hofer abschließend fest.

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