Wien (OTS) Heute vor 35 Jahren ereignete sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl die größte Reaktorkatastrophe der Geschichte. Der Reaktor-Block 4 des Kraftwerks ist bei einer Simulation eines vollständigen Stromausfalls explodiert, wodurch mehrere Trillionen Becquerel in die Erdatmosphäre freigesetzt wurde. Durch Windverfrachtung wurde die Radioaktivität in viele Länder Europas transportiert. Österreich zählte zu den am stärksten betroffenen Gebieten Westeuropas. FPÖ-Bundesparteiobmann NAbg. Norbert Hofer: „Auch 35 Jahre nach dem Super-GAU ist die Bedrohung durch Atomkraftwerke für Österreich vorhanden. Mochovce, Dukovany, Bohunice oder Krsko sind nur wenige Kilometer von Österreich entfernt und gelten als Hochrisiko-Reaktoren. Ein Ausstiegsszenario der Betreiber-Länder aus der Atomkraft ist aktuell leider nicht in Sicht.“

Österreich habe mit dem Nein zum betriebsbereiten Atomkraftwerk Zwentendorf in einer Volksabstimmung im Jahr 1978 den richtigen Weg eingeschlagen, betont Hofer. Nun sei es für Österreich an der Zeit, weiter an seiner Energieautarkie zu arbeiten: „Unser Land ist in der glücklichen Lage, seinen Energiebedarf aus erneuerbaren Primärenergieträgern decken zu können. Österreich verfügt über Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Solarthermie, Photovoltaik und Geothermie – ein Mix, der eine Energiewende rasch möglich macht. Wir müssen weiter daran arbeiten, um vom Import fossiler Energieträger unabhängiger zu werden. Als zusätzlichen Anreiz sollte die Mehrwertsteuer auf Strom aus erneuerbaren Primärenergieträgern gesenkt werden.“

Die Bundesregierung müsse sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, um den Ausstieg aus der Atomkraft voranzutreiben. Als dringendstes Beispiel führt Norbert Hofer das AKW Krsko in Slowenien an, das in einer der erdbebengefährdetsten Regionen Europas errichtet wurde. Beim Zwischenfall im japanischen Fukushima habe man gesehen, welche verheerenden Auswirkungen Erdbeben auf die Betriebssicherheit den Atomkraftwerken haben können.

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