Wien (OTS) In einem Bericht des Rechnungshofes wird eindeutig dargestellt, dass mit Stand Ende 2019 4,6 Prozent der Planstellen für Kassenärzte unbesetzt waren. Während es einerseits an den Kassenärzten mangelt, erhöht sich aber der Anteil an Wahlärzten. „Diese Verschiebung sollte die ÖGK alarmieren, denn dieser Trend gibt Zeugnis davon, dass ein Kassenvertrag wohl nicht so attraktiv sein kann“, so der freiheitliche Gesundheitssprecher und Vorsitzende des parlamentarischen Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak.

„Leider setzt sich der hier beschriebene Ärztemangel weiter fort und macht sich auch in der Corona-Krise bemerkbar. Da nützt es dann nichts, wenn die Ärztekammer 1.300 neue Planstellen einfordert, aber nicht versucht, diese Forderung politisch durch- und umzusetzen. Selbst eine Unterstützung der bestehenden ‚Niedergelassenen‘ wird schmerzlich vermisst, denn diese wurden weder von Türkis-Grün noch von der Kammer wirklich in die Bekämpfung der Pandemie eingebunden“, betonte der FPÖ-Gesundheitssprecher.

Die FPÖ fordere seit eh und je eine Attraktivierung des Berufsbildes „Arzt“. Zuletzt brachte sie im Juli 2020 entsprechende Anträge und Forderungen ein, welche wie üblich von ÖVP und Grünen unter den Tisch gefegt worden seien. Das beginne beim leichteren Zugang zum Studium, einer Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin, einen liberaleren Zugang zu Kassenverträgen, Lehrpraxen und ausreichende Ausbildungsplätze. „Angedacht wird ein Stipendium für den Lebensunterhalt während des Studiums, das nicht zurückgezahlt werden muss, wenn der Absolvent danach in Österreich zumindest für 10 Jahre versorgungswirksam tätig ist. Bei einer Abwanderung ins Ausland muss das Stipendium jedoch zurückgezahlt werden. In Deutschland ist dieses Modell bereits gelebte Praxis“, erklärte Kaniak.

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