Standardisierte Risikobewertung kann zu Kreditengpässen führen

Wien (OTS) „Es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass europäische Banken durch die geplante Reform der Basel-III-Regeln massiv an Wettbewerbs- und Ertragskraft verlieren, indem sie durch eine Standardisierung der internen Risikobewertung um bis zu 50 Prozent mehr an Eigenkapital brauchen, was in der Folge zu Kreditengpässen führen kann“, erklärt die freiheitliche Europaabgeordnete Dr. Barbara Kappel anlässlich der heutigen Resolution zu Basel III im Finanzausschuss des Europäischen Parlaments.

Die – vor allem von US-Seite angestrebte – Erhöhung der Kapitalunterlegung von Banken bei der Vergabe von Immobilien- und anderen Krediten könnte zu einer ernsthaften Gefahr für Europas Wirtschaft werden. „Nach einer Schätzung des deutschen Bundesverbandes Öffentlicher Banken würden alleine die 17 größten deutschen Institute bis zu 78 Milliarden Euro mehr an Kapital benötigen. Die US-Banken sind davon kaum betroffen, da sich US-Unternehmen stärker direkt über den Kapitalmarkt finanzieren und staatliche Förderbanken den Geschäftshäusern Wohnimmobilienkredite größtenteils abnehmen“, so die Kritik Kappels.

Die Verhandlung über die Anwendung von internen Modellen zur Risikobewertung, mit denen Banken selbst ihre Risiken – und damit ihren Kapitalbedarf – berechnen können, ist der Knackpunkt der Verhandlungen im Basler Ausschuss. Die USA drängen darauf, diese Praxis einzudämmen, was in erster Linie zu Lasten europäischer Banken gehe. „Für österreichische Banken würden diese um teilweise bis zu 50 Prozent erhöhten Liquiditätsforderungen enorme Herausforderungen darstellen und zu einer maßgeblichen Einschränkung der Kreditvergabe führen“, sagt Kappel.

Auch die angestrebte Erhöhung der Risikogewichtung bei Unternehmensbeteiligungen schade Österreichs Banken. „Immerhin halten viele österreichische Banken wesentliche Beteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen. Diese Beteiligungen müssten aufgrund der verschärften Regelungen folglich an in- und ausländische Investoren abgegeben werden“, so die freiheitliche EU-Abgeordnete.

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