Europäische Staaten müssen künftige Beteiligungen an „Pax Americana“-Aktionen verweigern

Wien (OTS) „Der Durchmarsch der Taliban an die Macht in Afghanistan ist der ultimative Beweis für das Versagen der US-Kriegspolitik gegen die Islamistengruppe. Nach zwanzig Jahren sind die Taliban heute offensichtlich stärker als je zuvor“, kommentierte der außenpolitische Sprecher der FPÖ, NAbg. Axel Kassegger die jüngsten Ereignisse.

Alles, was die USA mit ihren Verbündeten in Afghanistan versucht hätten, sei offensichtlich völlig danebengegangen. „Aufgrund der Zusammenarbeit mit korrupten, schwachen und in der Bevölkerung daher nicht respektierten Vasallen ist es nie gelungen, in Afghanistan eine Staatsmacht zu etablieren, die in der Lage gewesen wäre, die Führung des Landes tatsächlich zu bewerkstelligen. Offenbar haben die USA aber auch beim Aufbau der afghanischen Armee völlig versagt. Trotz milliardenschwerer Investitionen gab es keinerlei Gegenwehr gegen die Eroberung des Landes durch die Taliban. Dass man den Islamisten durch den chaotischen Abzug auch noch jede Menge Kriegsmaterial überließ, hat jegliche vorherige Aktivitäten nicht nur entwertet, sondern sogar den gegenteiligen Effekt bewirkt“, so Kassegger.

„In Summe hat die zwei Jahrzehnte währende amerikanische Besatzung des Landes ganz offensichtlich nichts dazu beigetragen, Afghanistan in Richtung einer Demokratie oder gar westlicher Wertvorstellungen zu entwickeln. Die Taliban sitzen fester denn je im Sattel und können sich dabei offensichtlich auf einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung stützen“, sagte der Außenpolitik-Sprecher. Dies sei auch kein Wunder in einem muslimisch geprägten und in Clans strukturierten Land, das mit westlichen Maßstäben nicht einmal annäherungsweise zu messen sei.

Bei den europäischen Verbündeten der USA müsse dieses Debakel ein Umdenken auslösen. „Anstatt betroffener Worte erwarte ich mir ein klares Bekenntnis, sich nicht mehr an derartigen ‚Pax Americana‘-Aktionen zu beteiligen. Egal, wohin man blickt – ob Afghanistan, Irak oder auch Syrien –, die Feldzüge der Amerikaner haben nirgends die versprochenen Früchte getragen, sondern im Gegenteil wesentlich mehr Leid und Chaos gestiftet, als in diesen Regionen vorher geherrscht hat“, so Kassegger. Sätze wie jener aus dem Mund des damaligen deutschen Verteidigungsministers Struck – „Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt“ – seien Ausdruck einer völligen Fehleinschätzung der Lage gewesen.

Eine nun drohende Migrationsbewegung müsse für die europäischen Staaten Anlass sein, die Grenzen dicht zu machen. „Die europäischen Staaten und insbesondere auch Österreich haben während der 20 Jahre des amerikanischen Kriegs in Afghanistan weit mehr als genug geleistet, um sogenannte Flüchtlinge – in Wahrheit meist Wirtschaftsmigranten – aufzunehmen. Die Probleme müssen in der Region gelöst werden, in der sie entstehen. Das sollte generell die Richtschnur sein, nicht nur im aktuellen Fall. Allenfalls sollen sich die Amerikaner engagieren, die für den aktuellen Wahnsinn hauptverantwortlich sind“, forderte Kassegger.

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