Mehr Grün, mehr Freiräume und weniger Verkehr – Wiens erstes Supergrätzl bringt mehr Lebensqualität nach Favoriten. Infoveranstaltung für BürgerInnen im Herbst.

Wien (OTS) Was in Barcelona als „Superblock“ für internationale Aufmerksamkeit gesorgt hat, kommt nun als „Supergrätzl“ nach Wien! Mehr Grün, mehr Freiräume und weniger Verkehr verspricht Wiens erstes „Supergrätzl“, wie es im rot-pinken Regierungsprogramm vereinbart wurde. In einem Pilotprojekt in Favoriten, das sich über mehrere Häuserblocks zieht, soll das Konzept erstmals umgesetzt werden. Projektgebiet wird der Bereich innerhalb der Gudrunstraße – Leebgasse – Quellenstraße – Neilreichgasse. Im Zentrum stehen dabei die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Bewohner*innen, Cooling- und Begrünungsmaßnahmen im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels und großflächige Verkehrsberuhigungen für das mehrere Häuserblocks umfassende Gebiet. Die Bevölkerung wird in das Pilotprojekt eingebunden, im Herbst gibt es die erste Infoveranstaltung.

Als Projektgebiet wurde der Bereich innerhalb der Straßen Gudrunstraße – Leebgasse – Quellenstraße – Neilreichgasse identifiziert. Das Grätzl liegt somit auch innerhalb des Gebietes von WieNeu+, eines Grätzl-Eneuerungs-Programms, mit Fokus auf sozialen und ökologischen Innovationen: „Favoriten war bereits innovativer Vorreiter durch das Pilotprojekt 50-Grüne-Häuser zur Fassadenbegrünung. Jetzt entsteht das erste Supergrätzl der Stadt hier im Zehnten. Das unterstreicht, was viele Kenner bereits wissen: Favoriten ist dank zahlreicher nachhaltiger Projekte – wie dem Rasengleis im Sonnwendviertel, nachhaltigem Wohnbau wie in Biotope-City, einem eigenen Solarkraftwerk in der Größe von vier Fußballfeldern in Unterlaa oder der geplanten Energiegewinnung aus den Thermalabwässern der Therme Wien – zum heimlichen Öko-Pionier aufgestiegen“. so Bezirksvorsteher von Favoriten, Marcus Franz.

„Mein Credo für die Stadtplanung ist es, mehr kühlendes Grün und Cooling-Maßnahmen in die Stadt zu bringen. Wir wollen die Lebensqualität der Menschen in allen Bezirken weiter erhöhen und vor allem auf die klimawandel bedingten Hitzeinseln reagieren. Dazu braucht es unterschiedliche Maßnahmen und ich freue mich, dass der 10.Bezirk nun mit dem Supergrätzl ein neues Modell nach internationalem Vorbild und Einbeziehung der Anrainerinnen und Anrainer ausprobiert“, so Planungsstadträtin UIli Sima.

„Mit dem Supergrätzl und dem Programm WieNeu+ machen wir Wiener Grätzl klima- und zukunftsfit. Mit klimafreundlichen und nachhaltigen Lösungen schaffen wir leistbaren Wohnraum und mehr Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner“, so Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.

Auch NEOS Wien Planungssprecherin GR Selma Arapovic freut sich über das innovative Stadtplanungsinstrument, das nun bald auch in Wien zu Einsatz kommen soll: „Meine Freude über die Umsetzung des ersten Supergrätzls in Wien ist sehr groß. Durch die Verkehrsberuhigung, neue Grünflächen und Freiräume werden Lärm, Staub und Hitzebildung im dicht bebauten Teil von Favoriten reduziert. Das hebt die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und wirkt sich positiv auf die Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung aus!“

Wiener Weg: Vom Superblock zum Supergrätzl

Das Projekt lehnt sich an die sogenannten „Superblocks“ an, einem Planungsinstrument, für das vor allem Barcelona bekannt ist. Aber auch in Berlin sind ähnliche Konzepte – als „Kiezblocks“ – in Vorbereitung. Superblocks sind definierte, abgrenzbare Gebiete in der Stadt (Häuserblocks), die aus einem fußläufig erschließbaren, verkehrsberuhigten Kern mit hoher Aufenthaltsqualität bestehen. Der motorisierte Durchzugsverkehr wird unterbunden, während Fuß- und Radverkehr gefördert und der öffentliche Verkehr an den Außenkanten optimiert wird. Durch die Neuaufteilung des Straßenraumes können Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität, Klimawandelanpassung und Bewegungsfreiheit umgesetzt werden.

Anhand der internationalen Beispiele hat Wien mit dem „Supergrätzl“ seinen eigenen Zugang formuliert – ein Planungskonzept auf Basis der aktuellen Themen und Leitbilder der Stadtentwicklung mit starkem Fokus auf dem sozialen Miteinander und der Teilhabe im Grätzl sowie mehr Grünraum und kühlende Maßnahmen. Längerfristig geht es auch um die Stärkung der lokalen Versorgung, der sozialen Infrastruktur und damit letztendlich der Grätzl-Identität. Sowohl im Regierungsprogramm als auch in einem Antrag im Gemeinderat hat sich die Fortschrittskoalition für die Umsetzung von Supergrätzlen ausgesprochen, vor allem im Bereich von Bildungseinrichtungen.

Ideale Voraussetzungen

Das Grätzl rund um Gudrunstraße – Leebgasse – Quellenstraße – Neilreichgasse bringt die idealen Voraussetzungen für den Pilotversuch mit. So zeigt das gesamte Gebiet in der Wiener Hitzekarte eine hohe Hitzebelastung auf – Maßnahmen zur Kühlung sind hier also dringend notwendig. Das Gebiet ist zudem dicht besiedelt und benötigt deshalb mehr Freiräume im direkten Wohnumfeld. Zum Beispiel um an heißen Sommertagen auf einer Parkbank im Schatten zu verweilen, sich mit Bekannten zu treffen oder mit Nachbar*innen auszutauschen. Für neue Freiräume im Gebiet ist der Park am Erlachplatz ein wichtiger Ankerpunkt. Auch die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist ein wichtiges Ziel des Supergrätzls, im Pilotgebiet befinden sich mehrere Bildungseinrichtungen wie die Mittelschule Herzgasse und mehrere Kindergärten. Mit einer Verkehrsberuhigung können die Kinder und Jugendlichen ihre Wege im Grätzl sicher, selbständig, aktiv zu Fuß und somit klimaschonend bewältigen. Haus- oder Garagenzufahrten bleiben für die Anrainer*innen natürlich bestehen, selbstverständlich können Einsatzfahrzeuge und Müllabfuhr ungehindert zufahren.

Infoveranstaltung im Herbst

Im Herbst 2021 wird eine öffentliche Informationsveranstaltung das Projekt vor Ort präsentieren, um gemeinsam mit Bewohner*innen und lokalen Akteur*innen Perspektiven für das Projekt zu entwickeln. So wird die Veränderung zu einer lebenswerten Klimamusterstadt auch für die Menschen im Grätzl direkt erleb- und gestaltbar. Im Zuge des Entwicklungskonzepts wird auch eine Testphase konzipiert, im Zuge derer ab 2022 die Umsetzung vorbereitet werden soll.

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Mediensprecherin
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Tel. 01 4000 81983
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Stefan M. Fischer
Mediensprecher Stadträtin Ulli Sima
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